Familie

Fehlgeburten: Beschädigtes Sperma könnte Schuld sein

Laut Forschung könnten beschädigte Spermien Schuld an wiederholten Fehlgeburten sein./ Bild: Fotolia
Fehlgeburten: Beschädigtes Sperma könnte Schuld sein
Paulin Klärner

Wenn Schwangere wiederholt Fehlgeburten erleiden, steht bei der Ursachensuche nach wie vor hauptsächlich die Gesundheit der Frau im Mittelpunkt. Hierbei wird primär nach Infektionen, einer Immunschwäche und ähnlichen Gründen gesucht. Glaubt man einer aktuellen Studie amerikanischer Forscher, kann aber auch das Sperma der Männer Schuld sein.

Beschädigtes Sperma Schuld an Fehlgeburten?

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„Bis jetzt haben sich Ärzte nur auf die Frauen fokussiert, wenn sie nach möglichen Ursachen für Fehlgeburten gesucht haben. Die Gesundheit des Mannes – genauer gesagt seiner Spermien – wurde bisher nicht analysiert“, so Studienautorin Dr. Channa Jayasena vom Imerial’s Department Of Medicine. Sie fügt hinzu, dass bereits mehrere Untersuchungen darauf hinweisen, dass die Spermien-Gesundheit unbestreitbar Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft habe. Im Rahmen der Studie untersuchte das Forscherteam 50 Männer, deren Partnerinnen in der Vergangenheit bereits mehrere Fehlgeburten vor der 20-Wochen-Marke erlebt hatten. Das Sperma jener Männer wurde detailliert analysiert und zur Kontrolle mit dem von 60 weiteren Teilnehmern (ohne jegliche Vergangenheit mit Fehlgeburten) verglichen.

Das Ergebnis: Das Sperma der Männer der „Fehlgeburten-Gruppe“ wies doppelt so viel beschädigte DNA auf wie jenes der Kontroll-Gruppe. Die Erklärung der Forscher: Wenn Sauerstoffradikale (von Zellen geformte Moleküle, die Spermien vor Bakterien und Infektionen schützen) in zu hohen Konzentrationen vorkommen, können jene die Spermazellen beschädigen. Die Untersuchungen zeigen, dass die Spermien jener Männer, deren Frauen bereits Fehlgeburten erlitten, im Schnitt 4 Mal so viele jener Moleküle aufwiesen wie die der Kontroll-Gruppe. Jene Männer waren im Durchschnitt etwas älter als die der Kontrollgruppe und außerdem leicht übergewichtig.

Obwohl laut Studienergebnissen bei keinem der Männer Geschlechtskrankheiten, die Sperma nachweisliche schädigen können (wie etwa Chlamydien), nachgewiesen werden konnten,  gebe es den Wissenschaftlern zufolge immer noch zahlreiche andere Bakterien, die unerkannte Infektionen in der Prostata verursachen können. Die Forscher untersuchen nun außerdem, ob Übergewicht zu einer höheren Anzahl an Sauerstoffradikalen im Sperma führen kann. Zusammenfassend erklären die Autoren, dass ihre Studie zwar zu klein sei, um klare Schlüsse zu ziehen, die Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Auswirkungen der Spermien-Gesundheit auf die Schwangerschaft unbedingt weiter untersucht werden muss.