Gesundheit

Fibromyalgie: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Chronische Schmerzen, Müdigkeit oder Depressionen: Fibromyalgie hat viele Gesichter. /Bild: Fotolia
Fibromyalgie: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Muskel- und Gliederschmerzen treten im Alltag häufig auf und sind meistens banal – zugrunde liegen können ihnen etwa ein Muskelkater oder auch ein grippaler Infekt. Beim Krankheitsbild der Fibromyalgie können diese Beschwerden neben vielen weiteren Symptomen wie etwa Müdigkeit und Stimmungsschwankungen besonders intensiv und auch chronisch bestehen. Für Betroffene, zu denen vor allem Frauen zählen, entsteht dabei ein großer Leidensdruck, vor allem deshalb, weil die Krankheit oft lange unentdeckt bleibt.

Ursachen

Die Ursachen einer Fibromyalgie sind multifaktoriell. Mehrere Faktoren, wie etwa eine gewisse Veranlagung sowie auch körperliche und psychischer Auslöser, können eine Rolle spielen. Da Fibromyalgie in der Regel gehäuft in Familien vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit genetischer Mutationen sehr hoch. Oftmals beginnen die Symptome der Fibromyalgie nach einem körperlichen Trauma, einer Operation, Infektion oder auch erheblichem, psychischen Stress. Manchmal entwickelt sich das Krankheitsbild der Fibromyalgie auch ohne vorangehende explizite Auslöser. Naheliegend ist, dass vor allem die Schmerzverarbeitung bei Betroffenen anders als bei Gesunden ist. Ebenso unterscheidet sich das Coping mit Stress bei Erkrankten und Gesunden.

Diagnostik

Zur Diagnostik wurden 18 spezifische Trigger-Punkte am Körper definiert, welche bei festem Druck schmerzhaft sind. An sich existieren keine Labormarker zur Diagnostik der Krankheit, Entzündungsmarker, die Sedimentationsrate der Erythrozyten sowie Schilddrüsenwerte können jedoch Aufschlüsse geben. Zu den häufigsten Risikofaktoren für Fibromyalgie gehören das weibliche Geschlecht, eine genetische Veranlagung, oder auch Vorerkrankungen wie Arthrose, rheumatoide Arthritis oder Lupus.

Symptome

Zu den Symptomen der Fibromyalgie gehören in erster Linie Schmerzen an mehreren Bereichen des Körpers. Vor allem treten diese Schmerzen im Bereich des Nackens oder Rückens sowie an den Gliedmaßen auf. Sie können sich jedoch auch in den Bereichen des Bauches oder des Brustkorbs manifestieren. Die Schmerzen bei Fibromyalgie lassen sich von Betroffenen häufig als dumpfe Schmerzen charakterisieren, welche seit mindestens drei Monaten bestehen und die meiste Zeit der Woche anhalten. Charakteristisch ist ebenso, dass die Schmerzen auf beiden Seiten des Körpers sowie oberhalb und unterhalb der Taille auftreten.

Die Schmerzen können sich vor allem auf die Schlafqualität sehr negativ auswirken: Menschen mit Fibromyalgie fühlen sich nach dem Aufwachen oft nicht erholt, obwohl sie manchmal über einen langen Schlaf berichten. Viele Betroffene leiden dazu auch unter anderen Schlafstörungen, wie etwa dem Restless-Legs-Syndrom oder Schlafapnoe. Ebenso beeinträchtigt sind manchmal auch die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen. Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten, geistige Aufgaben zu lösen, treten immer wieder auf.

Begleiterkrankungen

f
Als Begleiterkrankung leiden viele Betroffene auch Erkrankungen des Kiefergelenks, oder dem Reizdarmsyndrom. Auch Migräne und andere Arten von Kopfschmerzen, interstitielle Cystitis (eine Art der abakteriellen Blasenentzündung) und eine Reizblase begleiten die Fibromyalgie häufig. Neben körperlichen Beschwerden treten aber auch psychische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen auf. Diese verstärken sich zusammen mit der Grunderkrankung auch oft gegenseitig.

Andere Schmerzverarbeitung

Forscher gehen davon aus, dass wiederholte Nervenstimulationen das Gehirn von Menschen mit Fibromyalgie prägen. Es kommt dabei zu einem abnormalen Anstieg der Konzentration bestimmter Chemikalien wie Neurotransmittern im Gehirn, welche Schmerzen signalisieren. Zudem scheinen die Schmerzrezeptoren des Gehirns eine verstärkte Erinnerung an den Schmerz zu entwickeln und empfindlicher zu werden. Dies hat zur Folge, dass sie auf Schmerzsignale überreagieren und Schmerzen dadurch intensiver wahrgenommen werden.

Therapie

übung

Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, jedoch heute sehr vielseitig und oft gut behandelbar, was die Lebensqualität Betroffener erheblich verbessern kann. Physiotherapie, Entspannungstechniken und Antidepressiva können die mit Fibromyalgie verbundenen körperlichen und psychischen Symptome oft sehr gut lindern. Ebenso lässt sich Fibromyalgie mit Medikamenten wie Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen oder in schweren Fällen Schmerzmitteln aus der Gruppe der Opiode behandeln. Vor einer (medikamentösen) Behandlung sollte aber in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Gesundheit