Bewegung

Foam Roller: Lohnt sich das Fitness-Gadget? 

In Fitnessstudios sind Foam Roller ein bekanntes Bild - wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit gibt es wenige. /Bild: Fotolia
Foam Roller: Lohnt sich das Fitness-Gadget? 
Catharina Kaiser

Foam Roller wurden lange Zeit beinahe ausschließlich von Profisportlern verwendet – doch wie so ziemlich alles sind auch sie irgendwann zum Mainstream-Gadget geworden. Inzwischen ist es in Fitness Studios also ein ganz normales Bild, wenn jemand auf der Schaumstoffrolle herumturnt oder sich semi-elegant herum rollt. Foam Roller haben sich also zum Must-Have-Accessoire für Fitessbegeisterte gemausert – stellt sich nur die Frage wie gut sie wirklich sind. Ursprünglich wurde der Foam Roller vom israelischen Ingenieur und Physiker Moshe Feldenkrais entwickelt und war schon in den 50er Jahren populär. Ziel war es, durch die Bewegungen auf dem Schaumstoffröllchen, die Körperbeweglichkeit zu verbessern und die Muskelfunktion zu steigern. Dies soll durch kleine, sich wiederholende Bewegungen in Wellenform erreicht werden, die stetigen Durch auf die Muskulatur ausüben. Auch wenn es auf Youtube erstaunliche 600.000 Videos zum Thema Foam Roller gibt und Google etwa 40 Millionen Treffer erzielt, bleiben die wissenschaftlichen Beweise zur effektiven Wirkung überraschenderweise aus.  

Training mit Foam Roller 

Den meisten dürfte die Wichtigkeit von Dehnungsübungen vor dem Training wohl bewusst sein. Immerhin ist es einer der effektivsten Wege, um sich vor Sportverletzungen zu schützen. Stretching lockert nämlich nicht nur die Muskulatur auf, es verbessert auch die Flexibilität. Allerdings nur, solange die Übungen nicht länger als 60 Sekunden dauern. Alles was darüber hinausgeht, kann die Muskeln nämlich schädigen und das Training weniger effizient machen. Genau hier kommt der Foam Roller ins Spiel. Denn seine Wirkung ist vergleichbar mit der des herkömmlichen Strechings, allerdings mit einem großen Vorteil: Die Festigkeit der Muskeln wird hierbei nicht reduziert. In Kombination mit Dehnungsübungen haben Foam Roller also tatsächlich einen großen Nutzen. 

Verspannungen & Muskelkater lösen 

Auch wenn es an wissenschaftlichen Belegen mangelt, gibt es einige Studien, welche die Effekte von Foam Roller untersucht haben. So wurden die Auswirkungen etwa von Malcolm Fairweather im Rahmen einer Studie an der University of Stirling belegt. Dazu wurden Freiwillige gebeten sogenannte Beinstreckungsübungen mit Hilfe von Foam Roller durchzuführen. Dies schien für die Teilnehmer weit weniger anstrengend zu sein, als die Übungen ohne Unterstützung zu machen, wodurch die Testpersonen besser und häufiger trainieren konnten. Zudem können Muskelkater durch die Schaumrollen reduziert werden. Jedenfalls wurden Foam Roller jahrelang dazu genutzt, um Verspannung aus dem weichen Bindegewebe zu lösen. Forscher sind diesbezüglich allerdings etwas skeptisch. Angesichts der Kraft, die dazu aufgebracht werden müsste, sei es nämlich eher unwahrscheinlich, dass Schaumstoffrollen dabei wirklich etwas bewirken. Viel eher würden sich Druck stattdessen auf das Nervensystem auswirken. Ob Foam Roller also tatsächlich den Blutfluss anregen und somit Muskelkater effektiv beseitigen bzw. das Training verbessern können, ist also nicht belegt. Ebenso herrscht nach wie vor Unklarheit über die langfristigen Auswirkung, die der Gebrauch von Foam Roller mit sich bringen könnte. Es bleibt also abzuwarten, bis sich die Forschung genauer mit dem beliebten Fitness-Gadget befasst hat.