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Forscher arbeiten an Impfung gegen Karies

Laut WHO sind 60 - 90 % der Schulkinder und Erwachsenen betroffen ! /Bild: Fotolia
Forscher arbeiten an Impfung gegen Karies
Trixi Kouba

Wer hat Angst vor Terminen beim Zahnarzt? Möglicherweise bald niemand mehr! Forscher des Wuhan Instituts für Virologie arbeiten momentan an einer Impfung gegen Karies.

Das Forscherteam rund um Yan Huimin testet momentan einen Impfstoff mit Proteinen, der die Entstehung von Karies verhindern soll. Karies wird durch die Bakterien Streptococcus mutans ausgelöst. Karies bedeutet eine Zerstörung der Zahnsubstanz durch jene Bakterien. In vorherigen Studien entwickelten die chinesischen Wissenschaftler eine Impfung mit bestimmten Proteinen des Mundbakteriums und des Escherichia coli Bakteriums, die allerdings ungewollte Nebenwirkungen wie Entzündungen mit sich brachte. Um die Nebenwirkungen zu verhindern entwickelten sie einen weiteren Impfstoff. Der wurde bereits an Mäusen und Ratten getestet.

Weniger Nebenwirkungen

Bei Mäusen ohne Karies konnte der Stoff in über der Hälfte der Fälle eine Entstehung verhindern. Jene Nagetiere, die bereits unter Karies litten, half eine Impfung in ebenfalls der Hälfte der Fälle als Behandlung. Der Impfstoff der zweiten Generation schützt ebenso, zeigt nun aber weniger Nebenwirkungen. Versuche an Menschen gab es bislang noch nicht. Sollten die Versuche allerdings gelingen, könnte Millionen Menschen weltweit geholfen werden. Vor allem Menschen aus Gebieten, in denen zahnhygienische Behandlung nicht leicht erreichbar ist, wäre sehr geholfen. Das Zähneputzen wird uns aber auch bei Erfolg der Wissenschaftler nicht erspart bleiben. Das Bakterium Streptococcus mutans kann sich auch in der Mundhöhle ausbreiten, selbst wenn es sich nicht mehr an die Zähne hängen kann.

Die Risikofaktoren

Laut WHO sind 60 bis 90 Prozent aller Schulkinder und Erwachsenen von Karies betroffen. Damit gilt die Krankheit als eine der verbreitetsten Infektionskrankheiten in Industrieländern. Meist setzen sich die Bakterien schon im Kindesalter an den Zähnen an. Der steigende Konsum von Zucker und kurzkettigen Kohlenydraten wie weißer Reis, Weißbrot, Nudeln und Chips in Industriestaaten trägt seinen Beitrag an der Entstehung von Karies, da Bakterien aus ihnen Säure bilden können. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, schlechte Zahnhygiene, niedrige soziale Bedingungen sowie kariesbegünstigende Mutationen der Gene.

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