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Forscher entdecken Verbindung zwischen Akne & Depressionen 

Akne wurde nun auch mit dem Risiko für Depression in Verbindung gebracht ! /Bild: Fotolia
Forscher entdecken Verbindung zwischen Akne & Depressionen 
Catharina Kaiser

Akne zu haben ist bekanntlich nicht unbedingt eine schöne Angelegenheit. Im Gegenteil – es ist schmerzhaft, hinterlässt Narben und lässt das Selbstbewusstsein gerne mal in den Keller fallen. Als wäre das nicht schon genug kommen auch noch zahlreiche Nebenwirkungen wie Schwellungen, Juckreiz und Rötungen hinzu. Einer neuen Studie zufolge gibt es allerdings noch einen weiteren negativen Effekt. So wurde Akne nun mit einem erhöhten Risiko für Depressionen in Verbindung gebracht.

Akne betrifft nicht nur die Haut

Im Rahmen der im British Journal of Dermatology veröffentlichten Studie, analysierten Forscher Daten aus einer „The Health Improvement Network“. Dabei handelt es sich um eine Datenbank für Primärversorgung. „Es scheint als wäre Akne nicht nur eine Hautangelegenheit. Sie kann ebenso erhebliche Auswirkungen auf die allgemeine psychische Gesundheit haben“, erklärt Isabelle A. Vallerand, Epidemiologin an der University of Calgary. Um möglichst präzise Ergebnisse zu erzielen analysierten die Forscher ausschließlich den Zusammenhang zwischen Akne und Depressionen bei Personen,  die bereits zuvor eine dermatologische Diagnose erhalten hatten. Dadurch konnten sie ausschließen dass Personen an der Studie teilnahmen, die nur ein paar normale Hautunreinheiten hatten. Laut Angaben der Forscher konnten rund 134.427 Menschen mit Akne und 1.731.608 ohne Hautprobleme über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet werden. Das Alter der Teilnehmer reichte von 7 bis 50 Jahre. Anhand der Patientendaten stellten Forscher fest, dass die Wahrscheinlichkeit einer schweren Depressionen für Personen mit Akne bei etwa 18,5 % lag. Bei Menschen ohne Akne gab es im Vergleich nur  ein 12-prozentiges Risiko. Laut Studienergebnissen waren Personen mit Akne eher junge, nicht rauchende Frauen mit einem höheren sozioökonomischen Status. Zudem tranken sie nur selten Alkohol und wiesen durchschnittlich einen gesunden BMI Wert auf.

Wechselseitige Beeinflussung

Durch die Untersuchung all dieser Faktoren konnten die Forscher ein signifikant höheres Risiko einer schweren Depressionen bei Menschen mit Akne feststellen. Allerdings bezieht sich das nur auf die ersten fünf Jahre einer Diagnose, wobei das höchste Risiko, mit 63 %, innerhalb des ersten Jahres lag. „Diese Studie unterstreicht einen wichtigen Zusammenhang zwischen Hautkrankheiten und psychischen Erkrankungen“, erklärt Vallerand. Es belegt folglich den oftmals unterschätzten Zusammenhang zwischen Hautbild und psychischer Gesundheit. „Für diese Patienten ist es weit mehr als ein Hautschaden – es kann zu psychischen Probleme führen und sollte dementsprechend ernst genommen werden“, so Vallerand. Wenn sich ein Dermatologe also nach der kompletten physischen wie auch psychischen Krankengeschichte erkundigt, obwohl man eigentlich nur ein paar Hautprobleme untersuchen lassen möchte, dann hat das durchaus seinen berechtigten Grund. Es ist wichtig zu erfahren ob ein Patient unter Ängsten oder mentalem Stress leidet. Sofern Akne bereits ausgebrochen ist, könnten genaue Angaben zum mentalen Zustand helfen Depressionen leichter diagnostizieren und somit schneller behandeln zu können.

Nichtsdestotrotz benötigt es noch weitere Forschungen, um den genauen Zusammenhang zwischen Hautproblemen und Depressionen bestimmen zu können. Dass sich die verschiedenen Systeme gegenseitig beeinflussen ist aber offensichtlich. Genau wie Nahrung und Essgewohnheiten zur Entstehung von Akne beitragen können, kann auch sie negative Auswirkungen auf die mentale wie auch emotionale Gesundheit haben.