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Fortschritt: Verhütungsgel für den Mann geht in die erste Testphase

Forscher arbeiten zurzeit an einem Verhütungsgel für Männer, das täglich am Rücken aufgetragen werden soll./ Bild: Fotolia
Fortschritt: Verhütungsgel für den Mann geht in die erste Testphase
Paulin Klärner

Verhütung war viel zu lange Frauensache. Seit Jahrzehnten ist die Pille für Paare die erste Wahl – die Verantwortung liegt jedoch nach wie vor bei der Frau. Nun geht das Verhütungsgel für IHN, nachdem Forscher bei Versuchen mit Affen bereits erste Erfolge verzeichnet haben, in die Testphase.

Verhütungsgel für den Rücken

sperm

Die amerikanischen Forscher starten mit 420 Paaren, die über die nächsten 23 Monate beobachtet werden sollen. Die männlichen Freiwilligen werden das Gel jeden Tag zwischen 4-12 Wochen am Rücken, bzw. auf den Schultern auftragen, um zu testen, ob die Formel verträglich ist. Die im Gel enthaltenen „Progestine“ sollen natürliches Testosteron blockieren, so dass die Produktion von Spermien nach einiger Zeit automatisch eingestellt wird. Um den Hormonhaushalt nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, enthält das Gel jedoch auch einen geringen Anteil an Testosteron. So soll verhindert werden, dass sich die Verhütungsmethode negativ auf die Libido des Mannes auswirkt. Sobald der gewünschte Grenzwert in der Sperma-Produktion erreicht ist, beginnt die Testphase für die Effektivität des Gels als Verhütungsmittel. Wird das Gel abgesetzt, sollen die Männer laut Wissenschaftlern nach etwa 24 Wochen wieder zeugungsfähig sein.

„Viele Frauen können keine hormonellen Verhütungsmethoden verwenden und männliche Verhütungsmethoden sind nach wie vor auf Kondome und Vasektomien beschränkt (…) Eine sichere, hoch effektive und auch rückgängig-machbare Methode der männlichen Verhütung würde eine große Lücke im Gesundheitssystem füllen“, so Dr. Diana Blithe, die Leiterin des National Institute of Child Health and Human Development’s (NICHD) Contraceptive Development Program in einem Statement zur Studie. Neben dem Verhütungsgel werden zurzeit auch die Pille für den Mann, eine Verhütungs-Injektion sowie Implantate „für ihn“ getestet.