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Freunde teilen sich sogar Gehirnwellen

Gehirnscans zeigen, dass gute Freunde ähnliche Gehirnwellen aufweisen. /Bild: Fotolia
Freunde teilen sich sogar Gehirnwellen
Trixi Kouba

Sind Sie mit Ihren Freunden auf einer Wellenlänge? Eine neue Studie bestätigt dieses Gefühl: Gute Freunde teilen sich alles – sogar dieselben Gehirnwellen.

Die besten Freunde teilen alles – Von Freude und Kummer bis zu Snacks und Betten. In einer neuen Untersuchung zeigten Wissenschaftler, dass sich nicht nur der Musikgeschmack oder Humor unter guten Freunden stark ähnelt, sondern sogar die Gehirnaktivität.  Die Gehirne enger Freunde reagierten ausgesprochen ähnlich auf von Forschern vorgeführte Kurzfilme. Aufmerksamkeit und Ablenkung sowie der Belohnungsprozess oder Langeweile glichen sich stark untereinander. Die Forscher untersuchten die Gehirne von befreundeten und sich fremden Menschen und konnten alleine durch Gehirnscans erkennen, wie stark zwei Menschen miteinander verbunden waren. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Freunde nicht nur oberflächlich ähneln, sondern sogar in den tiefen Strukturen ihrer Gehirne.

Geteilte Realität

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Für Carolyn Parkinson, Kognitivwissenschaftlerin an der University of California, zeigen diese Ergebnisse, dass Freunde ihre Umwelt auf eine sehr ähnliche Art und Weise wahrnehmen und verarbeiten. Durch diese Gemeinsamkeit verstünden sich Menschen wohl leichter miteinander und eine soziale Interaktion würde sich äußerst belohnend anfühlen.

Die Studie

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Für die Ergebnisse analysierte Dr. Parkison mit ihren Kollegen Gehirne von rund 280 Studenten. Während die Versuchsteilnehmer verschiedene Kurzfilme ansahen, fanden die Kollegen starke Übereinstimmungen zwischen den Mustern des Blutflusses, eine Messmethode zur neuronalen Aktivität und dem Grad an Freundschaft zwischen den verschiedenen Teilnehmern. Dieses Phänomen zeigte sich auch noch nachdem die Kollegen andere Faktoren wie beispielsweise Herkunft, Religion oder Einkommen kontrollierten, die ähnliche neuronale Reaktionen hervorrufen können. Bestimmte Regionen im Gehirn, die mit dem Belohnungsprozess zusammenhängen, zeigten starke Übereinstimmungen. Mit diesen Ergebnissen konnten die Forscher einen Computer-Algorithmus dazu bringen, hervorzusagen, wie stark die soziale Distanz oder Verbindung zwischen zwei Personen war. Auch der nächste Forschungsplan ist schon aufgestellt: Die Wissenschaftler wollen künftig testen, ob fremde Studenten mit ähnlichen neuronalen Mustern anschließend Freunde werden.