Gesundheit

Freundschaft ist Medizin für’s Herz

Ein solides soziales Netzwerk verändert den Herzrhythmus auf positive Weise ! /Bild: Fotolia
Freundschaft ist Medizin für’s Herz
Trixi Kouba

Freunde sorgen für ein gesundes Herz, bestätigt eine aktuelle Studie. Eine Untersuchung über soziale Isolation und kardiovaskuläre Risiken fand heraus: Freundschaft ist Medizin für’s Herz. Dass sich gute Freunde positiv auf die eigene Gesundheit auswirken ist nichts Neues. Nicht nur mentale Probleme wie Depressionen, sondern auch körperliche Leiden lassen sich durch Freundschaft mildern.

Veränderung der Herzfrequenz

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Die neueste Studie der Concordia University in Montréal und das Rush University Medical Center in Chicago untersuchten die Herzgesundheit im Speziellen und fand heraus, dass Freunde das Herz schützen. Um die Verbindung zwischen Einsamkeit und der Gesundheit des Herzens herauszufinden, untersuchten die Forscher 60 neu ins Land gezogene Austauschstudenten. Sie hatten keine Freunde, keine Familie und auch keine Partner in ihrer neuen Heimat, fingen also ganz von vorne an. Ihr Herzschlag wurde beim ersten Termin im Labor gemessen, sowie zwei und fünf Monate danach. Neben den Aufzeichnungen des Körpers beantworteten die Versuchspersonen Fragen über ihr soziales Netzwerk. Die Ergebnisse zeigten: Je besser die internationalen Studenten in ihre neue Umgebung sozial eingebunden waren, desto mehr veränderte sich der Herzrhythmus, also die Länge zwischen zwei Herzschlägen. In der Medizin nennt sich das Herzfrequenzvariabilität.

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Die Herzfrequenz gibt Aufschluss über die Gesundheit des Herzens. Wie Studienleiter Jean-Philippe Gouin in einer Presseaussendung erklärt: „Menschen mit einer geringeren Herzfrequenzvariabilität haben ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung schlechter Gesundheit und einem größeren Risiko für Herzerkrankungen“. Das bedeutet schlicht, eine Senkung der Herzfrequenzvariabilität ist schlecht für den Menschen. In der Studie zeigten die Immigranten, die Freunde gewannen und sich ins neue soziale Netzwerk eingliederten, eine Steigerung der Herzfrequenzvariabilität während jene, die sozial isoliert blieben, in den folgenden fünf Monaten eine Senkung zeigten.

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In den ersten Wochen und Monaten nach einem großen Umzug finden es Menschen oft schwer, neue Freunde zu finden und ein solides soziales Netzwerk aufzubauen“, so Gouin. Die Studie zeige laut ihm, dass eine lange soziale Isolation eine negative Wirkung auf die körperliche Gesundheit haben kann. Davon sind natürlich nicht nur Austauschstudenten, sondern jeder Mensch betroffen, der in ein neues Land oder eine neue Stadt ziehe beziehungsweise große soziale Veränderungen durchmache. Er hat also einen klaren Rat: „Gehen Sie auf Menschen zu. Je schneller Sie sich sozial in ihr neues Zuhause integrieren, desto gesünder werden Sie sein. Das ist leichter gesagt als getan, aber es ist es wert“.

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