Gesundheit

Früherkennung: Bauchspeicheldrüsenkrebs auf der Zunge erkennen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Analyse von Bakterien auf der Zunge als Diagnose-Verfahren bei Bauchspeicheldrüsenkrebs verwendet werden könnte. / Bild: Fotolia
Früherkennung: Bauchspeicheldrüsenkrebs auf der Zunge erkennen
Paulin Klärner, BA

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den Krebsarten, die durchschnittlich am spätesten diagnostiziert werden – die Zehn-Jahre-Überlebensrate liegt bei nur einem Prozent. Wie auch bei Lungenkrebs und anderen aggressiven Krebsarten hängen die Heilungschancen wesentlich vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Deshalb liegt der Fokus in der Forschung auf Methoden zur Früherkennung.

Zunge zeigen tut man… doch!

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Forscher der Zhejiang-Universität (ZJU) in China haben nun eventuell eine Möglichkeit gefunden, Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders früh zu erkennen: Nämlich an Bakterienkulturen auf der Zunge. Diese sollen sich bei gesunden Menschen und Menschen mit Pankreaskarzinom stark unterscheiden. Das Forscherteam stellte fest, dass eine hohe Konzentration und Dichte von 4 Bakterienarten, nämlich „Haemophilus“ und „Porphyromonas“ sowie „Leptotrichia“ und „Fusobacteriem“ die Zungen der Betroffenen „besiedelten“. Ein höheres Vorkommen jener Bakterien wurden laut Studie zwar bereits in früheren Untersuchungen im Körper von Bauchspeicheldrüsenkrebs-PatientInnen gefunden, dass sie aber auch durch Untersuchungen des Zungenbelag festgestellt werden können ist neu und ein weiterer Schritt in Richtung umkomplizierterer und weniger aufwendiger Früherkennungsmethoden.

Für ihre Studie, die vor kurzem im „Journal of Oral Microbiology“ veröffentlich wurde, untersuchten die Wissenschafter 30 Bauchspeicheldrüsenkrebs-PatientInnen im Frühstadium sowie 25 gesunde Menschen. Alle TeilnehmerInnen der Studie waren zwischen 45 und 65 Jahre alt und wiesen keine anderen Erkrankungen im Mundbereich auf. „Das könnte den Weg für die Entwicklung neuer lebensrettender Marker zur Früherkennung dieser hochaggressiven Krankheit ebnen“, so die Studienautoren. Die Theorie müsse zwar noch in größeren Studien überprüft werden, der Anfang sei jedoch gemacht.