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Früherkennung: Depressive Menschen sprechen anders

Laut einer aktuellen Studie kann man depressive Menschen an ihrem Sprachgebrauch erkennen./ Bild: Fotolia
Früherkennung: Depressive Menschen sprechen anders
Paulin Klärner

Wie wir kommunizieren, gibt Einblick in unsere Seele. Dies bestätigen nun auch Forscher mit einer Studie, in der der Zusammenhang von bestimmten Kommunikations-Mustern und psychischen Erkrankungen untersucht wurde. Im Rahmen der im Fachjournal Clinical Psychological Science veröffentlichten Untersuchung hat sich ein Forscherteam rund um Autor Mohammed Al-Msaiwi der University of Reading in Großbritannien mit dem Sprachgebrauch depressiver Personen beschäftigt. So kann die Sprache laut dem Experten einiges über den gesundheitlichen Zustand von Menschen verraten.

„Immer“, „Total“ und „Nie“ als Warnsignale

Im Rahmen der Studie analysierten die Wissenschaftler Konversationen in Internetforen, in denen sich Menschen mit psychischen Problemen, wie Selbstmordgedanken, Depressionen, Essstörungen und vielem mehr miteinander austauschen. Insgesamt wurden Beiträge von über 6.000 Nutzern in über 60 Onlineforen ausgewertet.

Hierbei zeigte sich, dass depressive Menschen signifikant mehr absolutistische Wörter (wie „total“, „nie“, „immer“) äußern und öfters Adjektive mit negativen Konnotationen (wie „traurig“ und „alleine“, „einsam“, „miserabel“) und Pronomen in der ersten Person Singular („ich“, „mein“, „mich“, „mir“) verwenden. Letzteres weise laut Experten darauf hin, dass die betroffenen Personen den Kontakt zur Außenwelt bereits ein Stück weit verloren haben. Die Forscher schließen aus den Ergebnissen, dass Menschen, die mehr absolutistische Wörter benutzen, generell eher unter psychischen Krankheiten leiden.

Man sollte laut Experten in seinem Umfeld – bei Freunden und Familie – generell auf solche und ähnliche Verhaltensmuster im Sprachgebrauch achten. Depressive Menschen würden außerdem oft die selben Sorgen und Ängste wiederholen und sich mit Worten ausdrücken, die sie so vorher nicht verwendet hätten.

Wie reagiert man in so einer Situation richtig?

Sollte man diese und/oder ähnliche Verhaltensmuster bei Mitmenschen beobachten, sollte man versuchen, das Thema vorsichtig und respektvoll anzusprechen, sich die Ängste und Sorgen des Betroffenen aufmerksam anzuhören und diese keinesfalls zu ignorieren oder hinunterzuspielen. Mit vertrauten Personen offen über Probleme zu sprechen und ernst genommen zu werden sei für Betroffene der erste Schritt zur Besserung.