Frauenmedizin

Funktionieren Verhütungs-Apps tatsächlich?

Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus sollten besser die Finger von Verhütungsapps lassen. /Bild: Fotolia
Funktionieren Verhütungs-Apps tatsächlich?
Melanie Payerl

Eine zuverlässige Empfängnisverhütung ist für viele Frauen das A und O und dafür nehmen sie auch Risiken in Kauf. Denn hormonelle Verhütungsmittel wie etwa die Antibabypille stehen in Verdacht Brustkrebs zu verursachen, aber auch die Hormonspirale sowie das Hormonstäbchen können Nebenwirkungen wie Depressionen auslösen. Viele junge Frauen, die bereits im Teenageralter begonnen haben, die Pille als Verhütungsmittel einzunehmen, konnten vermutlich eine Gewichtszunahme feststellen. Diese Nebenwirkung muss jedoch nicht bei allen Pillennehmerinnen auftreten. Für alle jene, die es satt haben mittels Pille und Co zu verhüten, die sollten an dieser Stelle aufpassen, denn vermutlich gibt es Apps, die die Verhütung für Frauen übernehmen!

Was sind Verhütungs- Apps?

Verhuetung

Bei den sogenannten Verhütungs-Apps handelt es sich um die natürliche Familienplanung 2.0. Bei der natürlichen Familienplanung werden anhand bestimmter Körperanzeichen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau festgemacht. An eindeutig unfruchtbaren Tagen ist eine zusätzliche Verhütung nicht notwendig. Doch wie funktioniert diese Methode als App?

Es gibt tatsächlich bereits einige Apps, die die Verhütungsmethode der natürlichen Familienplanung unterstützen. Die App „Natural Cycles“ wird bereits von rund 800.000 Benutzerinnen verwendet. Bei dieser Verhütungsmethode müssen Frauen wie auch bei der natürlichen Familienplanung täglich morgens ihre Basaltemperatur messen und aufzeichnen und die Zahl anschließend in der App eintragen. Die App berechnet anschließend, wo sich die Nutzerin gerade in ihrem Menstruationszyklus befindet. Außerdem zeigt die App an, ob man gerade fruchtbar oder eben nicht ist. Die App sagt auch den Tag des Eisprungs voraus und gibt einen Einblick, wann sicherer ungeschützter Sex mit dem geringsten Risiko einer Schwangerschaft möglich ist. Nutzerinnen berichten, dass die App ihnen dabei hilft, ihren Körper und den Zyklus neu kennenzulernen.

Beschwerden über die Apps

Anfang des Jahres berichtete der schwedische TV-Sender SVT über Frauen, die mittels Verhütungs-Apps verhüten. Dabei unterzogen sich 37 der 668 Frauen, die zwischen September und Dezember 2017 schwanger wurden, einer Abtreibung. Diese Frauen gaben an, dass sie sich auf die Zuverlässigkeit einer Verhütungs-App verlassen haben. Doch weshalb funktioniert die App nicht in jedem Fall? Dies liegt vermutlich daran, dass einige Frauen unregelmäßige Zyklen haben und während ihrer fruchtbaren Tage mithilfe eines Kondoms verhüten müssen. Bei unregelmäßigen Zyklen ist es schwierig, zuverlässig mithilfe von Verhütungs-Apps zu verhüten. Professor Oejvind Lindegaard von der Universität in Kopenhagen erklärt, dass Fruchtbarkeits-Apps am besten für jene Frauen geeignet sind, die auch mit einer ungewollten Schwangerschaft leben können. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich zuvor schon zu überlegen, ob man für eine Verhütungs-App geeignet ist. Letztlich muss jede Frau für sich entscheiden, was die für sie passendste Verhütungsmethode ist.