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Gefährliche Bräune durch Barbie-Droge

Melanotan II kann zum Tod führen. /Bild: Fotolia
Gefährliche Bräune durch Barbie-Droge
Catharina Kaiser

Wer schön sein will, muss leiden, lautet ein bekanntes Sprichwort. Auf Menschen, die sich Melanotan II, besser bekannt als die Barbie-Droge, injizieren, trifft genau dies zu. Der Wunsch nach einer schnellen und ebenmäßigen Bräune scheint viele dazu zu verleiten, ein extrem gefährliches Mittel zu nehmen, welches zu einem langsamen Tod führen kann.

Hohe Risiken für etwas Bräune

Natürlich wünscht sich jeder einen schönen gebräunten Teint, vor allem wenn man mit der vornehmen Blässe eines Schlossgespenstes gesegnet wurde. Sich ein solches Medikament zu besorgen ist jedoch eine fatale Entscheidung. Die Hersteller der Barbie-Droge Melanotan II versprechen zwar eine tiefe und langanhaltende Bräune, verheimlichen jedoch die gravierenden Nebeneffekte. Dazu zählen etwa dass das Mittel Krebs verursachen kann und häufig zu Erbrechen, Übelkeit, Blähungen sowie Rücken-, Leber- und Nierenschmerzen führt. Bei diesem Mittel handelt es sich nämlich um eine Substanz, welche in ähnlicher Form bereits im Körper vorhanden ist und die Produktion von hautverdunkelnden Pigmenten begünstigt. Besonders tragisch ist allerdings die Tatsache, dass viele Menschen süchtig nach dieser Substanz beziehungsweise dem Ergebnis werden – Ähnlich wie Menschen, die permanent in ein Solarium laufen, um noch gebräunter auszusehen, bis sie schließlich einem alten Ledersofa gleichen. In beiden Fällen wird das extrem hohe Risiko von Hautkrebs einfach unter den Teppich gekehrt.

Vom Medikament zur Barbie-Droge

Laut Dr. Tony Bartone, Vizepräsident der Australian Medical Association, sei die neumodische Barbie-Droge bereits seit einigen Jahren in Umlauf, doch bislang mangelte es noch an aussagekräftigen Studien, welche die Folgen belegen. Inzwischen tauchen allerdings sukzessive Forschungsergebnisse aus Amerika und Europa zu diesem Thema auf. Generell ist Melanotan II für Menschen mit Hautproblemen oder einem Pigmentmangel vorgesehen. Die Droge zugunsten einer „schönen Bräune“ zu missbrauchen, ist hingegen extrem gefährlich. Zugegeben, es gibt keinen völlig sicheren Weg, um braun zu werden – außer vielleicht beim Spray-Tanning und selbst hier sind allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen. Doch im Vergleich zu illegalen Mitteln aus dem Internet, wie es bei Melanotan II der Fall ist, wäre dies immer noch die bessere Option. Der Bräunungseffekt der Barbie-Droge beschränkt sich nämlich nicht nur auf den Teint an sich, sondern lässt zeitgleich alle Muttermale dunkler und größer werden –  zwei der bekanntesten Charakteristika für Hautkrebs. Laut einem Bericht des  National Centre for Biotechnology Information konnte diese negative Reaktion bereits mit der Einnahme von Melanotan II in Verbindung gebracht werden. Sobald Personen aufhörten, sich die Substanz zu spritzen, wurden die Muttermale wieder kleiner, was darauf hindeutet dass einzig und alleine die eingenommene Substanz dafür verantwortlich war.

Experten sind besorgt

Ein weiterer Grund um die Finger von Melanotan II zu lassen, besonders dann wenn es online bestellt wird, ist die Tatsache, dass die zumeist aus Australien gelieferte Substanz nicht dermatologisch getestet wurde. „Es gibt eine ganze Reihe von Bedenken hinsichtlich der Sicherheit dieser Barbie-Droge, insbesondere, da sie nicht von der Therapeutic Goods Association genehmigt wurde“, erklärt Prof. Sanchia Aranda von Cancer Council Australia. Zwar gäbe es vorerst noch keine umfassende Bevölkerungsstudie über Langzeitauswirkungen, doch bisherige Ergebnisse und Dokumentationen lassen bereits Böses erahnen. „Einige Einzelfallberichte deuten zudem auf weitere Risiken wie etwa Muskelschäden hin, welche mit der Einnahme von Melanotan II assoziiert werden“, so Prof. Aranda. Aktuell besteht bei Dermatologen noch immer die Sorge, dass sich Personen weiterhin zugunsten einer „perfekten Bräune“ dem erheblichen Risiko aussetzten und sich die Barbie-Droge injizieren.