Ernährung

Gefrierbrand: Gefährlich oder doch noch genießbar? 

Wie entsteht Gefrierbrand und welche Produkte sind gefährdet? /Bild: Fotolia
Gefrierbrand: Gefährlich oder doch noch genießbar? 
Catharina Kaiser

Dank dem Gefrierschrank kann man diverse, ansonsten schnell verderbliche Köstlichkeiten einfach lagern und sie irgendwann nach Lust und Laune zubereiten – ein Traum, wäre da nur nicht das kleine Problem namens Gefrierbrand. Wenn Fleisch plötzlich aussieht als wäre es schon halb gekocht und das obwohl es im Gefrierfach lag, kann sich schon mal Skepsis breit machen: Essen oder doch lieber wegwerfen?  Giftig, oder doch noch genießbar? Bei Gefrierbrand gehen die Meinungen ziemlich auseinander. Hier finden Sie alles, was Sie darüber wissen sollten:

Wie Gefrierbrand entsteht

Generell entsteht Gefrierbrand sobald das Wasser in Lebensmittel nach außen tritt und verdunstet. Wenn die Wassermoleküle in Nahrungsmitteln zu Eiskristallen gefroren sind, treten diese an die Oberfläche, sobald Produkte der Luft ausgesetzt werden. Waren Lebensmittel also nicht entsprechend gut verpackt, oder gab es Temperaturschwankungen, sind sie anfälliger für Gefrierbrand. Gelegentlich kann dies dazu führen, dass gefrorene Produkte wie Fleisch oder Fisch dann bereits gekocht aussehen. „Das ist allerdings natürlich nicht der Fall und obwohl Gefrierbrand alles andere als gesund klingt, sind die Produkte normalerweise noch genießbar und sicher“, erklärt Dr. Sabrina Stierwalt, von Everyday Einstein Podcast. Voraussetzung dafür ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Die „verbrannten“ Stellen sollten allerdings lieber noch vor dem Kochen entfernt werden, da sie in den meisten Fällen nicht mehr gut schmecken.

Welche Produkte sind gefährdet?

Wie Gefrierbrand entsteht, mag nun zwar geklärt sein, doch es stellt sich immer noch die Frage wie der Wassergehalt von Lebensmittel hier ins Spiel kommt und warum die exakt gegenteiligen Effekte eintreten. So würde man doch meinen, dass bei wasserreichem Gemüse viel schneller ein Gefrierbrand eintreten sollte als bei Fleischprodukten. In diesem Fall ist es natürlich genau anders herum. Denn wasserhaltige Lebensmittel können mehr Wasser verlieren bevor sie ungenießbar werden, weshalb eine Tiefkühllasagne eher dem Gefrierbrand zum Opfer fällt als beispielsweise eine Suppe. Da Eiskristalle auf Dauer jedoch immer einen Weg nach draußen finden – völlig unabhängig davon um welches Produkt es sich handelt – haben Nahrungsmittel, neben dem typischen Ablaufdatum auch eine unterschiedliche Gefrierschrank-Haltbarkeit.

Tricks gegen Gefrierbrand

Um Lebensmittel tatsächlich einfach nur einzufrieren anstatt sie mittels Kälte in Brand zu setzten, gibt es einige Dinge, die beachten werden können. Zum einen sollten Lebensmittel richtig verpackt werden, damit der  Luftkontakt und somit die Austrocknung minimiert wird. Zwar sollte der Behälter an den Inhalt angepasst sein und nicht zu viel Freiraum lassen, dennoch sollte man bedenken, dass sich Lebensmittel im Gefrierschrank etwas ausdehnen können. Auch wenn Einfrieren die Haltbarkeit verlängert, sind Nahrungsmittel nicht ewig genießbar. Innerhalb von 3 bis 4 Monaten sollten also selbst gefrorene Produkte verzehrt werden, da ansonsten das Risiko für Gefrierbrand ansteigt. Außerdem sollten Temperaturschwankungen genau beobachtet und vermieden werden. Sofern gefrorene Produkte unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sind, wird die Bewegung von Wasser an die Oberfläche und somit auch der Gefrierbrand beschleunigt.