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Geheimnis des „Aha-Moments“ entschlüsselt

Dopamin ist für die Problemlösung notwendig und sorgt für erhellende Momente. /Bild: Fotolia
Geheimnis des „Aha-Moments“ entschlüsselt
Trixi Kouba

Langes Grübeln, um die Ecke denken und Kopfzerbrechen – und plötzlich leuchtet die Idee innerhalb eines raschen Moments auf! Heureka! Doch was steckt hinter Geistesblitzen? Das hat jetzt ein internationales Forschungsteam mit Beteiligten der MedUni Wien herausgefunden.

Dopamin sorgt für ekstatische Freude

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Ein Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftern vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der MedUni Wien in Zusammenarbeit mit der Goldsmith University London hat das „Geheimnis“ des „Aha-Moments“ gelöst. Wenn Menschen etwa ein Rätsel durch einen Geistesblitz lösen, wird im Gehirn die stimmungsaufhellende Substanz Dopamin verstärkt freigesetzt. Dadurch wird ein tiefliegender Teil des Gehirns aktiviert. Die Forscher konnten den Nucleus accumbens, eine Kernstruktur im unteren Vorderhirn, als zentrale Region für das so genannte „Aha-Erlebnis“ identifizieren. „Diese Gehirnregion steht mit dem Moment der plötzlichen Erkenntnis in enger Verbindung und kann die ekstatische Freude erklären, die mit der Lösung eines kreativen Problems einhergeht“, so Studienleiter Christian Windischberger. Es konnte gezeigt werden, dass Dopamin nicht nur als Botenstoff im Zuge von Belohnungsprozessen dient – wie etwa auch bei Sex, Essen oder Geld. Vielmehr ist Dopamin auch für zielgerichtetes, motiviertes Herangehen an anspruchsvolle Problemstellungen notwendig, was sich in Form von Neugier und Lernwille äußert.

Beim „Aha-Erlebnis“ ist insbesondere der Nucleus accumbens verstärkt aktiviert. Er ist Teil eines dopaminergen Netzwerks, das aktiviert wird, wenn Freude oder Belohnung empfunden wird. Dopamin wiederum ist für die Kommunikation zwischen diesem Netzwerk und anderen Gehirnregionen, die mit wichtigen Funktionen wie Emotionen, Gedächtnisprozessen oder Aufmerksamkeit zusammenhängen, verantwortlich. „Unsere Forschungsergebnisse zeigten neben Aktivierung von Arealen der Aufmerksamkeit, Sprachverarbeitung und Gedächtnis eine plötzliche, deutlich verstärkte Aktivierung des Nucleus accumbens, wenn das Lösen des Rätsels mit einem ‚Aha-Erlebnis‘ und somit einem Moment intensiver Freude und Erleichterung einherging“.

Aha-Erlebnisse prägen sich stärker ein

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Die Ergebnisse weisen auf eine enge Beziehung zwischen Dopamin, freudiger Erregung und Kreativität hin. Außerdem zeigen sie Abläufe im Gehirn, die erklären, warum eine Lösung, welche mit einem „Aha-Erlebnis“ einhergeht, einprägsamer ist und wie hierbei die Speicherung im Langzeitgedächtnis erleichtert und verstärkt wird. Somit ist ein „Aha-Moment“ mehr als nur ein einfaches Gefühl der Freude oder Erleichterung, er ist stattdessen eine spezielle Form von schnellem Wiederabrufen, Kombinieren und einem finalen Kodierungsprozess.

Die Studie

Die Studie wurde an der Medizinischen Universität Wien durchgeführt und umfasste 30 Versuchspersonen. Diese wurden gebeten, anspruchsvolle Worträtsel zu lösen, wie zum Beispiel ein Wort zu finden, das mit drei vorgegebenen Wörtern sinnvoll in Verbindung gebracht werden kann (z.B. „Haus“, „Rinde“, „Apfel“ – Lösungswort war „Baum“ – „Baumhaus“, „Baumrinde“, „Apfelbaum“). Im Zuge dieser Untersuchung wurden von den Studienteilnehmern jeweils 48 solcher Rätsel bearbeitet. Sobald sie die Lösung gefunden hatten, drückten die Studienteilnehmer einen Knopf und beschrieben ihr „Aha-Erlebnis“. Durch Magnetresonanztomographien konnten die Forscher tief in das Gehirn hineinschauen und die Areale beim Problemlösen beobachten.