Gesundheit

Relevante Informationen werden dem Arzt oft verschwiegen

Beim persönlichen Gespräch mit dem Arzt traut man sich manchmal nicht, völlig ehrlich zu sein./Bild: Fotolia
Relevante Informationen werden dem Arzt oft verschwiegen
Julia Haberl

Hin und wieder lässt sich ein Arztbesuch nicht vermeiden. Es gibt spezielle Routinekontrolltermine, die sogar jährlich vereinbart werden sollten. Dazu zählt ein Termin beim Frauenarzt, Zahnarzt oder Hautarzt. Mit zunehmenden Alter eignen sich sogenannte Gesundenuntersuchungen, um den körperlichen Gesundheitszustand feststellen zu können und um mit Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens vertraut zu werden. Bei solchen Arztuntersuchungen kann es immer wieder einmal vorkommen, dass dem Arzt etwas Wesentliches über die eigene Gesundheit verheimlicht wird. Oft schämt man sich dafür oder hält es selbst für irrelevant. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist bei einer herkömmlichen Untersuchung von großer Bedeutung. Darum sollte der Arzt versuchen, jegliche Details vom Patienten zu erfahren, um eine bestmögliche Behandlungsmethode auswählen zu können. Laut einer Analyse amerikanischer Wissenschaftler kommt es häufig zu einem Verschweigen von wichtigen Informationen. Oft handelt es sich um den Grund, Belehrungen des Arztes ausweichen zu können. Jeder kennt bestimmt dieses Problem und hat womöglich schon selbst einmal das ein oder andere relevante Detail bei einem Gespräch mit dem Arzt ausgelassen oder gar verheimlicht.

70% der Befragten haben schon einmal etwas vor ihrem Arzt verschwiegen

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Das erhobene Datenmaterial stammt aus zwei amerikanischen Onlineumfragen. Diese haben ergeben, dass Instruktionen des Arztes oft falsch verstanden werden oder Fragen zum eigenen Lebensstil nicht ganz wahrheitsgemäß beantwortet wurden. Außerdem sollte dem Arzt auch mitgeteilt werden, wenn man unter einer Sucht leidet oder regelmäßig bestimmte Medikamente zu sich nimmt. Solche Informationen sind äußerst wichtig für den behandelnden Arzt, da sich dieser anhand solcher Details für eine bestimmte weiterführende Therapie entscheidet. Gewisse Informationen halten Patienten oft für unwichtig oder wollen diese vor dem Arzt nicht eingestehen. Ca. 70% der Befragten haben ihren Arzt schon einmal etwas Wesentliches verschwiegen.

Von Beginn an ehrlich sein, um mögliche Folgen zu vermeiden

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Natürlich wird man selbst manchmal bei einem Arzttermin auf die Probe gestellt, trotzdem ist die Verheimlichung von Informationen keine gute Alternative! Ein Arzt wurde dafür geschult, um Personen freundlich und mit Verständnis gegenüberzutreten. Außerdem ist es sein Wille zu helfen und die Heilung einer Krankheit zu ermöglichen. Die mitgeteilten Informationen dürfen von ihm an keinen Dritten weitergegeben werden und er hat auch nicht das Recht darüber zu urteilen. Um die Gabe von falschen Medikamenten oder gar völlig unnötige Behandlungsmethoden zu vermeiden, sollte also von Beginn an Klartext gesprochen werden. Oft sind gewisse Details nur für einen selbst unangenehm, der Arzt ist jedoch mit Ausnahmesituationen bestens vertraut. Man sollte dem Arzt schon sein Vertrauen schenken, um die Erhaltung der eigenen Gesundheit auf Dauer zu gewähren. So schlimm kann die Information gar nicht sein, dass sie den behandelnden Arzt nicht mitgeteilt werden könnte!