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Zelltransplantation: Gelähmter kann wieder gehen

Zelltransplantation: Gelähmter kann wieder gehen
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Ein gelähmter Mann kann wieder erste Schritte machen, nachdem ihm Nervenzellen aus der Nase in den Rücken eingesetzt wurden. Nachdem bei einem Messerangriff das Rückenmark des Polen Darek Fidyka durchtrennt worden war, hatte er kein Gefühl mehr in den Beinen und war von der Hüfte abwärts an bewegungsunfähig. Polnische Chirurgen verpflanzten bestimmte Stützzellen des Geruchssinns (olfaktorische Hüllzellen) in seine Wirbelsäule. Sie wirkten nach den Worten des britischen Forschers Geoffrey Raisman vom Londoner University College als „Brücke“, über die das durchtrennte Gewebe zusammenwachsen konnte.

„Der Patient spürt Bewegung der Extremitäten und der Gelenke“ sagte Neurochirurg Pawel Tabakow von der Universitätsklinik Wroclaw. „Mit Hilfe spezieller medizinische Hilfsmittel  kann er aus dem Rollstuhl aufstehen und 10 bis 15 Meter gehen.“ Bei seiner Ankunft habe der Patient, keinerlei Empfindung in den Beinen gehabt.

Mehrere Experten warnen jedoch eindringlich vor verfrühten Hoffnungen. Man wisse erst, wie gut die Methode funktioniere, wenn es weitere Studien dazu gebe, sagte Robin Franklin von der Universität Cambridge der Zeitung „Times“.

Die Bedingungen seien bei dem Patienten aus Polen besonders gut gewesen, da der Schnitt glatt gewesen sei und der Spalt nur acht Millimeter breit, sagte Raisman, der die Methode mit seinem Team entwickelt hatte. Details dazu veröffentlichen die Wissenschaftler im US-Fachjournal „Cell Transplantation„.

Die Chirurgen verpflanzten bestimmte Stützzellen des Geruchssinns (olfaktorische Hüllzellen) in die geschädigte Wirbelsäule.

Entscheidend sei, dass die Nervenfasern in der Nase das ganze Leben lang wachsen und sich regenerieren könnten, erklärte Raisman dem Sender BBC. „Das Konzept war, etwas aus dieser Region, der Nase, zu nehmen, und diese Zellen in eine Region zu verpflanzen, in der sich die Fasern nicht erneuerten – das ist das Rückenmark.“ Dass der Patient nun wieder Gefühl in den Beinen habe und mit Stützen gehen und sogar Autofahren könne, nannte Raisman „beeindruckender, als dass die Menschen auf dem Mond herumlaufen“. Er glaube, dass diese Methode letztlich die Prognose für Menschen mit Behinderung durch Rückenmarkverletzungen auf historische Art bessern könne.

Ob Einzelfall oder medizinischer Durchbruch, der betroffene Patient spricht jedenfalls überglücklich über seine Fortschritte, für die er ausdauernd trainiert hat. „Wenn man fast die Hälfte seine Körpers nicht spüren kann, fühlt man sich hilflos“, sagte der ehemalige Feuerwehrmann der BBC, „aber wenn es zurück ist, dann ist es, als würde man neu geboren werden“.

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