Gesundheit

Gendefekt schuld: Karies trotz guter Zahnhygiene

Karies trotz bravem Zähneputzen ? Die Gene sind Schuld ! /Bild: Fotolia
Gendefekt schuld: Karies trotz guter Zahnhygiene
Trixi Kouba

Warum haben manche Menschen ein strahlendes, gesundes Gebiss bei schlampiger Zahnhygiene während andere brav schrubben, putzen und Zahnseide verwenden und trotzdem regelmäßig Probleme mit Karies bekommen? Schweizer Forscher fanden heraus, dass bestimmte Gene die Zähne anfälliger für Karies und Parodontitis machen.

Mutationen schuld

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Es ist ein weit verbreitetes Problem, mit dem so gut wie jeder Mensch zu kämpfen hat: Laut WHO weisen fast 100 Prozent aller Erwachsenen und 60 bis 90 Prozent aller Schulkinder Karies auf. Karies ist somit eine der verbreitetsten Infektionskrankheiten in Industriestaaten. Die Kariesbakterien werden meist schon im Kleinkindalter von Eltern auf ihre Kinder übertragen. Durch das Verwenden von gemeinsamen Essbesteck bei Eltern und Kindern oder Küsschen können die Bakterien von Mund zu Mund wandern und die Zähne schädigen. Zu den Risikofaktoren für orale Krankheiten zählen auch Rauchen, schädlicher Alkoholkonsum, eine ungesunde Ernährung, schlechte Zahnhygiene und soziale Bedingungen. Wie das Forscher-Team der Uni Zürich herausfand, können auch Gene eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Karies spielen. Ein Genkomplex, der für die Bildung von Zahnschmelz verantwortlich ist, kann kariesbegünstigende Mutationen aufweisen. Das konnten die Wissenschaftler erstmals aufzeigen.

Widerstandsfähigkeit & Bakterien

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Sie verwendeten Mäuse mit unterschiedlichen Mutationen von Zahnschmelz-Proteinen, die in den sogenannten Wnt-Signalweg eingebunden sind. Aufgrund dieses Übertragungsweges reagieren menschliche und tierische Zellen auf externe Signale und aktivieren bestimmte Gene im Zellkern. Für die embryonale Entwicklung spielt dieser Signalweg eine wichtige Rolle. Funktioniert der Signalweg nicht richtig, kann es zu einer Veränderung an der Struktur des Zahnschmelzes kommen. Alle Mäuse mit diesen bestimmten Proteinen wiesen Defekte am Zahnschmelz aus. So konnten die Forscher nachweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen genetischen Mutationen und Zahnschäden existiert. Die Schweizer Forscher zeigten, dass nicht nur Bakterien für Karies verantwortlich sein können, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Zähne. Ist das Zahnschmelz defekt, haben Bakterien beim Eindringen leichteres Spiel.

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