Gesundheit

Generation 2.0: Selfies könnten mentaler Gesundheit und Selbstwahrnehmung schaden

Social Media hat längst Einzug in unseren Alltag und auch in unser Privatleben gehalten. Doch wie wirkt sich die Selbstinszenierung durch Selfies, gepostet in Social Media, auf unsere seelische Gesundheit aus? /Bild: Fotolia
Generation 2.0: Selfies könnten mentaler Gesundheit und Selbstwahrnehmung schaden

Dass sich soziale Medien negativ auf unsere Psyche auswirken können, ist bereits bekannt und häufig diskutiert worden. Vor allem ist es der permanente Vergleich mit anderen Menschen und die Inszenierung einer Druck erzeugenden Scheinwelt, die der Seele schaden können. Ebenso könnten auch Selfies, so eine aktuelle Studie, negativ auf unser mentales Wohlbefinden einwirken.

Selfies – zwischen Selbstinszenierung und Momentaufnahme

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Bilder mit dem Smartphone von sich selbst zu schießen, dabei einen möglichst glücklichen Eindruck zu vermitteln, einen Filter darüberzulegen und dies dann anschließend zu teilen, zählt heute zu einem Basis-Instrument in Social Media. Auch, wenn im nächsten Moment nach dem Foto alles wieder ganz banal und alltäglich erscheinen mag – für den Moment des Selfies zählt vor allem eines: ein #happyme darzustellen. Doch wie „happy“ sind wir dabei wirklich? Im Rahmen der Studie wurde experimentell untersucht, ob die Aufnahme und das Posten von Selfies in Social Media bei jungen Frauen eine Veränderung des Stimmungs- und Körperbildes hervorrufen könne. Dabei wurde nicht explizit berücksichtigt, ob es sich um Selfies mit oder ohne Bearbeitung handelte.

Verschlechterung von Stimmung und Körperbild

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Die Probandinnen, weibliche Studentinnen, wurden – nach Zufallsprinzip – einer von drei experimentellen Gruppen mit spezifischen Bedingungen zugeordnet: Einer ersten Gruppe, die das Aufnahmen und Hochladen eines unretouchierten Selfies durchführte, einer zweiten Gruppe, die ein bevorzugtes und retouchiertes Selfie aufnahm und postete und einer dritten Kontrollgruppe. Anschließend wurden bei den jungen Frauen die Stimmung und das Körperbild gemessen. Die Resultate waren wie vorauszusehen: Es zeichnete sich unter den Selfie-Erstellerinnen und -Posterinnen insgesamt eine Verschlechterung des Körperbildes und der Stimmung ab. Die Frauen, die Selfies posteten – egal, ob mit oder ohne Filter – gaben an, sich danach ängstlicher, unsicherer und weniger attraktiv zu fühlen als die Kontrollgruppe. Die schädlichen Auswirkungen änderten sich auch dann nicht, wenn die Probandinnen ihre Selfies wiederholen und nochmals retouchieren konnten. Die Studie könnte uns insgesamt auf einen bewussteren und achtsameren Umgang mit Social Media und dessen Wirkung auf die Psyche aufmerksam machen.

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