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Gesundheit auf 2 Rädern: So hält Radfahren fit

Radfahren macht Spaß und hält fit ! /Bild: pixabay.com
Gesundheit auf 2 Rädern: So hält Radfahren fit
Tanja Judmann

Die Österreicher sind auf das Rad gekommen. Immer mehr nutzen den Drahtesel für Freizeitaktivitäten oder sogar, um den Weg zur Arbeit zu bewältigen. Es sind zwar noch längst nicht genug Radfahrer in Österreich unterwegs, doch das dürfte sich ändern. Der gesundheitsfördernde Effekt von Radfahren gewinnt immer mehr Interessenten. Auch Betriebe haben das Zweirad für sich entdeckt. Sie setzen Betriebsfahrräder auf dem Werksgelände ein und finanzieren Mitarbeitern E-Bikes, Mountainbikes und Trekkingräder. Tatsächlich gibt es viele gute Gründe, warum Radfahren auch von Arbeitgebern unterstützt wird. Der wichtigste ist sicherlich, dass Radfahren enorm gesund ist – und das heißt auch, dass die Krankheitstage der Mitarbeiter reduziert werden. Welche gesundheitlichen Aspekte Radfahren hat, und was Sie bei der Wahl des passenden Fahrrads beachten sollten, ist jetzt Thema.

Ausdauersportart trainiert Herz & Kreislauf

Wer ein Fahrrad besitzt, der nutzt es auch regelmäßig. Das trifft zumindest auf die überwiegende Mehrheit zu. In Österreich besitzen nach Auswertungen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie rund 75 % aller Haushalte ein Fahrrad, Tendenz steigend. Aktive Radfahrer erleben am eigenen Leib, wie sich ihr Herzkreislaufsystem verbessert. Die Ausdauer wird trainiert, der Herzschlag im Ruhezustand verlangsamt. Das bedeutet faktisch ein Gewinn von Lebenszeit.

Beim Radfahren wird der Körper einer gleichmäßigen Belastung ausgesetzt, die Herz und Kreislauf permanent fordern. Das kurbelt den Stoffwechsel an und verbrennt Kalorien. Radfahren ist ein Schlankmacher! Ein großer Vorteil des Radfahrens ist, dass die Gelenke entlastet werden, denn das Körpergewicht wird vom Rad getragen. Aus diesem Grund ist Radfahren gerade für Personen mit einem höheren Gewicht gut geeignet, um mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Auch ältere Menschen wissen den Vorteil der Gelenkentlastung zu schätzen.

Beim Radfahren werden die Muskeln recht gleichmäßig beansprucht, was günstig für das Ganzkörpertraining ist. Radfahrer, die im Schnitt mit 15 km/h unterwegs sind, verbrauchen rund 400 Kilokalorien in der Stunde.

  • Je schwerer eine Person,
  • je stärker der Wind und
  • je anspruchsvoller die Route,

desto höher klettert der Kalorienverbrauch. Gleichzeitig verstärkt sich auch der Trainingseffekt des Herzkreislauf-Systems und der Muskulatur. Sogar das Lungenvolumen wird durch regelmäßiges Radfahren vergrößert. Der Beitrag „Weitere Gründe, warum Radfahren das beste Training ist“ liefert noch mehr Informationen zum Thema. Unterm Strich entfaltet regelmäßiges Radfahren sehr gesundheitsförderliche Eigenschaften und trägt erheblich dazu bei, bis ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben.

Das richtige Fahrrad auswählen

Senioren haben an Fahrräder andere Ansprüche, als Studenten, junge Mütter wiederum benötigen andere Bikes, als leistungsorientierte Mittvierziger. Das Rad muss den individuellen Anforderungen gerecht werden, damit es regelmäßig genutzt wird. Wer gelegentlich mit dem Rad durch die Stadt fährt, ist mit einem City-Bike gut beraten, passionierte Querfeldeinfahrer brauchen ein Crossrad, Hobby-Rennradsportler ein passendes Rennrad. Es spielt also eine entscheidende Rolle, welche Art Fahrrad Sie sich anschaffen. Es stehen unter anderem diese hier zu Auswahl

  • Mountainbikes
  • Hollandrad
  • Klapprad
  • Citybike
  • Triathlonrad
  • Trekkingrad
  • E-Bike
  • Reiserad
  • Rennrad

Wenn Sie wissen, welches Rad es sein soll, dann müssen Sie noch feststellen, welcher Rahmen für Sie geeignet ist. Am besten informieren Sie sich direkt beim Profi, welche Rahmengröße für Ihr Rad die richtige ist. Bei Bikester können Sie die Rahmengröße online berechnen. Sie erhalten einen Überblick über die ideale Rahmengröße für unterschiedliche Fahrradtypen.

Wichtig: Sie müssen perfekt auf dem Rad sitzen. Eine ungeeignete Sitzhaltung führt zu verfrühten Ermüdungserscheinungen und zu einseitigen Belastungen. Beim Radfahren dürfen Sie keine Beschwerden im Sitz- und Intimbereich verspüren. Taubheitsgefühle zeigen an, dass die Sitzposition nicht stimmt. Auch dürfen weder die Handgelenke kribbeln noch der Nacken verspannen. Lenker und Sattelhöhe müssen auf die Körpergröße angepasst werden. Das übernimmt am besten der Profi oder Sie arretieren im Selbstversuch die Einstellungen so lange, bis sie ideal sind.

Die Herzgesundheit profitiert am meisten vom regelmäßigen Radfahren.

So fahren Sie richtig gesund mit dem Rad

Wenn Sie von den oben beschriebenen gesundheitlichen Aspekten profitieren wollen, dann sollten Sie ein paar Grundregeln beachten. Sich zu überfordern wäre nämlich kontraproduktiv, weil sie sonst nicht mit Spaß bei der Sache bleiben werden.

Im Alltag kommt die Aufwärmphase eigentlich immer zu kurz oder fällt sogar ganz aus. Einfach rauf auf das Rad und los geht’s. Das ist für einen hohen Trainingseffekt aber nicht ideal. Falls Sie es wie die Profis machen wollen, dann wärmen Sie vorab die Muskulatur auf und dehnen diese. Gut 5 Minuten reichen dazu schon aus. Die Aufwärm- und Lockerungsübungen sollten von Kopf bis Fuß erfolgen, so dass Nacken, Schultern, Rücken, Hüfte, Ober- und Unterschenkel, Knie- und Fußgelenke sowie Hände und Füße einmal kurz „aufgeweckt“ werden.

Richtig trainieren Sie, wenn Sie kontinuierlich in die Pedale treten. Gestartet wird im leichten Gang, um die Gelenke zu schonen. Außerdem führt die erhöhte Trittfrequenz dazu, dass der Kreislauf in Schwung kommt. Eine gleich bleibende Belastung ist ideal. Viele Radfahrer radeln falsch. Sie treten fest in die Pedale und lassen das bike dann ausrollen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht ineffektiv.

Nach dem Radfahren Cool-Down nicht vergessen

Bei der kurzen Fahrt zum Supermarkt sind die Aufwärm- und Cool-Down-Phase nicht entscheidend. Doch wenn sie längere Touren fahren, dann dürfen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe nicht darauf verzichten. Nehmen Sie sich die Zeit und lockern Sie die Muskeln. Schütteln Sie die Beine aus, dehnen Sie diese ein wenig. Den Körper einmal ausgiebig recken und strecken, die Handgelenke massieren und den Nacken rollen, das alles sind Maßnahmen mit Soforteffekt. Sie helfen dabei, unangenehmen Muskelkater zu vermeiden.

Lernen die Kinder bereits, dass Radfahren zum Alltag gehört, nutzen Sie es im Erwachsenenalter häufiger.

Fazit: Radfahren lässt sich leicht in den Alltag integrieren & stärkt die Gesundheit

Radfahren ist ideal, um praktisch nebenbei fit zu werden und zu bleiben. Wer es einrichten kann, sollte öfter das Auto stehen lassen und sich auf das Rad schwingen. Radfahren fördert die Gesundheit und senkt die Gesundheitsausgaben für die Betriebe und den Staat. Tipp: Auch wenn Helmpflicht in Österreich nur für Kinder bis 12 Jahre gilt, so ist es doch ratsam, im Stadtverkehr nicht darauf zu verzichten. So fahren Sie einfach sicherer.

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