Gesundheitsrisiko Tattoo ? Lieber doch nicht !

Tattoos können die Lymphknoten belasten !
Gesundheitsrisiko Tattoo ? Lieber doch nicht !
Catharina Kaiser

Sich ein Tattoo stechen zu lassen will gut überlegt sein, und zwar nicht nur wenn es um das richtige Motiv geht. Stehen Körperstelle und Design erst einmal fest, gibt es nämlich noch weitere Risiken zu bedenken. In erster Linie betreffen diese gesundheitliche Folgen und die gehen über die offensichtlichen Problematiken wie allergische Reaktionen und Infektionen hinaus. Aktuell sorgen sich Forscher vor allem um toxische Partikel, die sich in der Tinte befinden. Wird ein Tattoo gestochen, gelangen diese winzig kleinen Partikel in die Haut und reisen von dort aus durch den gesamten Körper. Das könnte laut neuesten Untersuchungen zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen.

Tattoo belastet Lymphknoten

Wissenschaftler aus Frankreich und Deutschland befassten sich im Rahmen einer neuen Studie mit den langfristigen Konsequenzen von Tattoos. Ihre Erkenntnisse sammelten sie durch Autopsien an vier tätowierten Personen, bei welchen sie mittels Röntgen-Fluoreszenz-Technologie Nanopartikel aus Titandioxid ausfindig machen konnten. Weniger überraschend ist die Tatsache, dass diese Partikel bei allen Individuen in den Lymphknoten gefunden wurden. Denn die Aufgabe des lymphatischen Systems, zu dem die Lymphknoten gehören, besteht darin Toxine und Verunreinigungen aus dem Körper zu filtern. Allerdings gibt es doch etwas zu denken, dass diese negative Auswirkung bereits seit Jahrzehnten bekannt ist. Dass diese Nanopartikel einen Durchmesser von weniger als 100 Nanometer haben können, scheint aber wirklich bedenklich zu sein. Laut Forschern könnten sich derart kleine Partikel im Körper nämlich völlig anders verhalten und dadurch unterschiedliche gesundheitliche Risiken darstellen. Und auch bei qualitativ hochwertigen Tinten konnte neben einer Reihe gefährlicher Chemikalien, Titandioxid nachgewiesen werden, welches mit Problemen wie einer verzögerten Heilung, Juckreizen oder einer erhabenen Haut verbunden wird.

Unbekannte toxischen Belastung

Trotz der neuen Entdeckungen gibt es aber keinen wissenschaftlichen Beweis für spezifische gesundheitliche Probleme, die mit Tätowierungen verknüpft werden könnten. Viel mehr soll die Studie zum Nachdenken über mögliche Risiken anregen, und diese sind keinesfalls zu unterschätzen. Immerhin sind toxische Elemente und Konservierungsstoffe nicht gerade das, was man im Körper haben möchte. Zwar können sich chronische gesundheitliche Auswirkungen, wie die Entstehung von Krebs, aus dieser toxischen Belastung heraus entwickeln, da diese aber erst nach jahrzehntelanger Exposition auftreten können ist die direkte Verbindung relativ schwierig. Um die wahren Implikationen dieser Erkenntnisse verstehen zu können, sind folglich weitere Untersuchungen notwendig. Ebenso versuchen Forscher inzwischen sicherere Tätowierungsverfahren zu entwickeln, die solche toxische Belastungen vermeiden sollten. „Bis dahin sollte man vor einem neuen Tattoo also noch etwas mehr überlegen, als es bislang der Fall war“, so Studienleiterin Ines Schreiver, vom Bundesinstitut für Risikobewertung. Einfach davon auszugehen, dass die Farbe sicher sein wird, wäre daher eher problematisch. Alleine schon aufgrund der Tatsache, dass nur wenige Regulierungen für Tattoo-Tinten existieren. „Viele Inhaltsstoffe von Tattoo-Tinten wurden nie für die Injektion in die Haut zugelassen“, erklärt Schreiver.

Sollte der Wunsch nach einem neuen Tattoo dennoch riesengroß bleiben, so sollte man  sich zumindest etwas mehr Gedanken machen als sich nur darum zu sorgen, ob das Einhorn auch mit 60 noch nett aussehen wird, oder das Tribal im Dekolleté auch später noch so verführerisch sein wird.