Gesundheit

Gewalterfahrungen in jungen Jahren lässt Menschen schneller altern

Gewalterfahrungen in Kindheitsjahren kann ernsthafte Folgen haben! /Bild: Fotolia
Gewalterfahrungen in jungen Jahren lässt Menschen schneller altern
Melanie Payerl

Eine Studie der biologischen Psychiatrie untersuchte die Auswirkungen von frühzeitigen Gewalterfahrungen auf die Pubertätsentwicklung und das epigenetische Alter. Mit Gewalterfahrungen sind in etwa körperlicher, sexueller und emotionaler Missbrauch gemeint. Eine frühzeitige Gewalteinwirkung kann die biologische Alterung sowie die Pubertätsentwicklung beeinträchtigen. Die Studie fand unter anderem auch heraus, dass Kinder die etwa in der frühen Kindheit vernachlässigt werden oder von einer Ernährungsunsicherheit betroffen sind, ebenfalls eine verzögerte Pubertätsentwicklung durchlaufen. Mit Ernährungsunsicherheit bezeichnet man Lebensmittelknappheit, diese spielt vor allem in ärmeren Familien eine zentrale Rolle.

Schnellere Entwicklung

Pubertät

Die Studienergebnisse zeigen, dass verschiedene Arten von frühzeitigem Missbrauch die Entwicklung der Kinder beeinträchtigen können. Die Studie wurde an der University of Washington durchgeführt. Körperlicher und geistiger Missbrauch in frühen Kindheitsjahren, führen zu einer beschleunigten Entwicklung. Jene Kinder, die in früheren Jahren Gewalt erfahren, weisen auch ein erhöhtes Risiko auf, später an einer Depression zu erkranken. Eine schnellere biologische Alterung weist laut den Forschern darauf hin, dass es in der Kindheit Gewalterfahrungen gab, die im späteren Leben Probleme in der Gesundheit verursachen können. An der Studie haben knapp 250 Kinder in einem Alter zwischen 8 und 16 Jahren teilgenommen. Die vorzeitige Alterung konnte bei Kindern mit frühzeitigen Gewalterfahrungen bereits ab dem 8. Lebensjahr festgestellt werden.

Auch wenn die Forscher dieser Studie nicht genau wissen, ob das beschleunigte epigenetische Altern dauerhaft ist oder sogar rückgängig gemacht werden kann, kann diese Studie dazu beitragen, betroffenen Kindern zu helfen. Mit dem beschleunigten epigenetischen Alter und dem Stadium der Pubertät können Jugendliche identifiziert werden, die sich aufgrund ihres chronologischen Alters schneller entwickeln als erwartet.

Pubertät – eine wichtige Entwicklungsphase

Die Pubertät ist ein besonders wichtiges Stadium in der Entwicklung eines Menschen. Die Pubertät kann dabei in eine vorpubertäre Phase, eine Hochphase und eine Spätphase der Pubertät gegliedert werden. Die Vorpubertät beginnt bei vielen Kindern bereits in der Volksschule, in dieser Zeit beginnen Kinder, dass sie sich vermehrt zurückziehen. Die Hochphase kann zwischen dem 12. und dem 16. Lebensjahr angesiedelt werden. In dieser Zeit werden Freunde als Bezugspersonen immer wichtiger. Die Zeit ab dem 16. Lebensjahr wird als spätpubertäre Phase bezeichnet. In dieser Phase kommt es zu einer Glättung der Wogen, Jugendliche lassen sich weniger von ihren Eltern beeinflussen und versuchen sich von ihren Eltern zu lösen. Bei Kindern, die bereits in früher Kindheit Missbrauch erleiden mussten, können sich die Phasen der Pubertät beschleunigen – diese Kinder sind bereits reifer für ihr Alter.