Familie

Gibt es tatsächlich immer mehr Frühgeburten?

Die Anzahl an Frühgeburten steigt. /Bild: Fotolia
Gibt es tatsächlich immer mehr Frühgeburten?
Melanie Payerl

Neugeborene, die zwischen der 20 und der 37 Schwangerschaftswoche geboren werden, werden als Frühgeburten bezeichnet. In dieser Zeit ist das Neugeborene noch nicht voll entwickelt und für das eigene Leben häufig noch nicht bereit. Aus diesem Grund müssen Frühgeburten in der Regel einige Zeit auf der Frühchenstation verbleiben, um dort aufgepäppelt zu werden. Häufig sind Frühgeborene auch im späteren Leben mit Entwicklungsstörungen konfrontiert, wie etwa im Seh- und Hörbereich.

Tendenz steigend

Einem Bericht zufolge lag die Frühgeburtenrate 2017 bei 9,93 Prozent, 2016 waren es 9,85 Prozent. Die Daten entstammen aus den Aufzeichnungen der Zentren für Geburtenkontrolle und Prävention. Becky Russell, die leitende Direktorin der US-amerikanischen Wohltätigkeitsorganisation March of Dimes sagt, dass dieser Anstieg zwar klein erscheinen mag, in Zahlen sind das jedoch 3.000 Babys mehr, die im Jahr 2017 zu früh geboren wurden gegenüber dem Jahr 2016. Auch in Österreich war 2017 jedes zwölfte Neugeborene ein Frühchen. Laut der Organisation March of Dimes zählen Frühgeburten zu der häufigsten Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren weltweit. Die Präsidentin von March of Dimes, Stacey D. Stewart, bezeichnet diesen Anstieg als einen alarmierenden Trend. Doch warum werden immer mehr Babys als Frühgeburt geboren?

Ursachen für Frühgeburten

Drogen

Die Ursachen für Frühgeburten sind sehr vielseitig. Als ein Grund gilt beispielsweise ein hohes Alter der Mutter. Mütter die in ihren 40ern Kinder bekommen riskieren mitunter eine Frühgeburt. Andere Studien haben auch das Alter des Vaters als mögliche Ursache genannt. Vaginalinfektionen sowie Harnwegsinfektionen können ebenfalls eine Frühgeburt auslösen. Keime einer Vaginalinfektion können den Geburtskanal hinauf wandern und können dort vorzeitige Wehen auslösen. Drogen und Zigaretten zählen ebenfalls zu den Auslösern von Frühgeburten. Rauchen führt zu einer Verengung der Blutgefäße, das wiederum dazu führt, dass das Ungeborene mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Der Konsum von Amphetaminen und Marihuana wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Babys aus und kann zudem eine Frühgeburt hervorrufen. Schwangere, die an Diabetes leiden, weisen ebenfalls ein erhöhtes Risiko auf. Zwar gilt als etwaige Ursache ein Alter von über 35 Jahren beim Gebären, statistisch gesehen haben aber auch junge Frauen unter 18 Jahren ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko.