Bewegung

Green Exercise: Die Vorteile von Sport im Grünen

Warum wir weniger im Fitnesscenter und mehr in der Natur sporteln sollten ! /Bild: Fotolia
Green Exercise: Die Vorteile von Sport im Grünen
Trixi Kouba

Vogelgezwitscher, Moos unter den Schuhen, das Rauschen der Blätter – Der Mensch sucht instinktiv Nähe nach Wiesen und Wäldern. Natur wirkt als Allround-Wunderwaffe. Menschen, die in der Nähe von Bäumen und Grünzonen leben, sind vergleichsweise schlanker, aktiver und seltener von Depressionen betroffen. Warum Sport im Grünen glücklicher macht als das Laufband im Fitnesscenter:

Wir verbringen den Großteil unseres Alltags in geschlossenen Räumen. Auch Sport wird oft in engen Zeitfenster im Inneren verbracht. Mit Kopfhörer im Ohr und TV vor dem Auge strampeln, laufen und schwitzen wir zwischen vier Wänden im Fitnesscenter. Dabei bietet die grüne Umgebung zahlreiche Vorteile, um sich im Freien auszutoben. Studien zeigen positive Effekte von körperlichen Aktivitäten im Grünen, auch „Green Exercise“ genannt, auf:

Wald macht Stimmung

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Die Risiken für körperliche und mentale Erkrankungen sinken bei regelmäßigem Aufenthalt auf Wiesen und Wäldern. Eine natürliche Umwelt wirkt positiv auf das persönliche Selbstwertgefühl. Die Wirksamkeit von naturgestützter Therapie ist auch bei AdHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern erwiesen. Bereits kurze Waldaufenthalte wirken erholend. Vor allem auf die mentale Gesundheit bezogen scheint der Wald anderen Umgebungen überlegen zu sein. Bei Studien zeigte sich, dass selbst virtuelle Wälder eine positive Wirkung aufweisen. Der Effekt ist allerdings um ein Vielfaches geringer, als wenn selbst Fuß in den Wald gesetzt wird. Die Natur wirkt jedenfalls als natürliches Antidepressivum.

Stress-Killer

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Die Gesundheitsforschung der letzten Jahrzehnte zeigt die Power der Natur. Personen, die nahe an Grünflächen leben, weisen ein niedrigeres Sterberisiko auf. Sie leiden seltener an Krebs und leben durchschnittlich länger, berichtet eine Studie der Bundesforste und der Naturfreunde. Schon der Ausblick auf eine natürliche Umgebung im Büro oder ein kurzer Waldspaziergang lassen den Pulsschlag senken und Stresshormone abbauen. Der positive Effekt auf die Psyche zeigt sich auch durch einen besseren Schlaf. Personen mit Schlafstörungen schlafen nach einem Waldspaziergang besser. Selbst Personen ohne Probleme beim Ein- oder Durchschlafen können nach einem Spaziergang im Grünen länger als üblich schlafen.

Warum tut Natur so gut ?

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Wieso steigert der Aufenthalt in natürlichen Umgebungen unser Wohlbefinden? Als Antwort auf diese Frage gibt es verschiedene theoretische Ansätze. Eine davon nennt sich „Biophilia-Hypothese“: Die Theorie besagt, dass der Mensch eine angeborene emotionale Verbindung mit der Natur hat. Ein genetisches Bedürfnis nach dem Erleben der Natur wurde dem Menschen im Laufe des Evolutionsprozesses programmiert. Denn je aufmerksamer Menschen ihre Umwelt betrachten, desto größer ist der Überlebensvorteil durch die Fähigkeit, sich ihrer anzupassen. „Biophilie“ bezeichnet dabei die Liebe des Menschen zur Natur.