Grün ≠ Gesund: Pesto Saucen sind schlimmer als Fast Food

Pesto ist leider nicht so gesund, wie viele denken ... /Bild: Fotolia
Grün ≠ Gesund: Pesto Saucen sind schlimmer als Fast Food
Catharina Kaiser

Über die Risiken und die negativen Effekte von Fast Food wissen ja die meisten Bescheid. Man kann den Informationen und Warnungen ja auch gar nicht mehr aus dem Weg gehen. Grund zur Sorge liefert neben einem extremen Fett- und Zuckergehalt vor allem der übermäßige Einsatz von Salz. Ein Hamburger ist daher in erster Linie deshalb so ungesund, weil darin mehr oder weniger ein halbes Meer voll Salz steckt. Doch auch andere Nahrungsmittel, die eigentlich als eine recht gesunde Alternativen erscheinen, können zum Problem werden. So übertreffen einige italienische Pesto Saucen sogar noch den Salzgehalt eines McDonald’s Hamburgers.

Wie viel Salz steckt in Pesto ?

 

Eine Ernährung ohne Salz wäre, wenn man einige Forschungen ernst nehmen würde, wohl das gesündeste. Allerdings wäre das eine mehr oder minder unmögliche Sache, vor allem weil der Mensch die in Salz enthaltenen Nährstoffe zum Leben braucht. Natriumchlorid und Chlorid sind solche Inhaltsstoffe, die vom Körper benötigt werden um eine gesunde Funktion des Zellstoffwechsels sowie der Magensäure aufrecht zu erhalten. In der heutigen Zeit scheint es aber fast lächerlich, sich um einen zu geringen Salzkonsum zu sorgen. Völlig egal was letztlich auf dem Teller landet, Salz ist darin mit größter Wahrscheinlichkeit in Massen enthalten und genau hier liegt der springende Punkt: Obwohl der Mensch Salz konsumieren muss, ist zu viel des Guten eben zu viel und kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Ein zu hoher Salzgehalt in der Ernährung passiert allerdings schneller als gedacht – dazu muss man weder aktiv zum Salzstreuer greifen, noch Meerwasser schlucken. Eine Portion Pesto reicht dafür beispielsweise prima aus. Laut neuesten Untersuchungen von Consensus on Salt and Health (Cash) enthalten einige Pesto Sorten sogar 30 % mehr Salz als in Meerwasser gefunden wird. Und jeder der schon mal aus Versehen Meerwasser geschluckt hat weiß, was das bedeutet. Bereits seit 2009 hatten Hersteller, trotz Warnungen der Lebensmittelindustrie, die Menge an Salz in Pesto Saucen auf 1,5 g pro Portion erhöht.

Die Pesto Falle

Neben dem völlig überhöhten Salzgehalt entdeckten die Forscher zudem, dass keine der getesteten Pesto Marken, darunter Italia Organic Vegetarian Pesto No.5 Basil and Italia Pesto No.1 Classic Basil von Sacla, die empfohlene Nährwertkennzeichnung des Department of Health enthielten. Die Forscher von Cash sehen daher schnellen Handlungsbedarf und erwarten sich von Public Health England (PHE) strengere Maßnahmen hinsichtlich der Überprüfung salzhaltiger Lebensmittel. Während traditionelles grünes Pesto aus Italien zwischen 2 und 2,5 g Salz pro 100 g enthält und somit weit über dem gesunden Bereich liegt, erhalten andere Marken wie etwa Tesco Reduced Fat Red Pesto, Aldis italienisches Pesto Genovese und italienisches Pesto Rosso sowie Jamie Olivers grünes Pesto allesamt weniger als 1 g Salz pro 100 g. Hinzu kommt, dass rund 44 % der Pesto Saucen genug gesättigtes Fett enthalten um ein rotes Etikett auf der Verpackung zu gewährleisten. Erscheint diese Farbe auf der Vorderseite der Verpackung, so signalisiert sie üblicherweise einen sehr hohen Gehalt eines ungesunden Inhaltsstoffes. Nachdem viele Eltern Pesto zum Würzen von Pasta und Co. verwenden, um ihren Kindern eine „gesunde“ Abwechslung zu bieten, sind diese Entdeckungen nun ein wahrer Supergau. Die Verwendung von Saucen mit einem zu hohen Salzgehalt könne bei Kindern nämlich das Risiko erhöhen im späteren Leben unter Bluthochdruck zu leiden und sogar einen Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen.

Salz reduzieren = Gesundheit verbessern

Die Ergebnisse der Studie sollten einerseits dazu dienen das allgemeine Bewusstsein für ungesunden Salzkonsum zu verstärken und andererseits erneuten Druck auf Hersteller ausüben um das Ziel zur Salzreduktion bis Ende diesen Jahres einzuhalten. „Pesto ist ein alltägliches Produkt, das sowohl Erwachsene als auch Kinder konsumieren. Den meisten ist allerdings nicht bewusst wie viel Salz sie dadurch zu sich nehmen“, erklärt Ernährungsberaterin Sarah Alderton. „Es ist ein nationaler Skandal, da das Vereinte Königreich in Sachen Salzreduktion zwar weltweit führend war, aber zu wenige Kontrollen stattfanden. Dadurch hätten möglicherweise tausende Menschen vor Schlaganfällen und Herzinfarkten geschützt werden können“, so Graham MacGregor, Cash Chairman und Professor für Herz-Kreislauf-Medizin an der Queen Mary Universität in London. Als „gesund“ könne laut Forschern keines der getesteten Produkte bezeichnet werden, weshalb sie dazu raten Pesto entweder in sehr kleinen Mengen zu konsumieren oder sich überhaupt nach gesünderen Alternativen umzusehen. Bis zu jenem Moment an dem die Ziele zur Reduktion des Salzgehalts eingehalten werden, ist das leider die einzig sinnvolle Methode, um sich vor möglichen Gesundheitsrisiken zu schützen.