Gesundheit

Gut zu wissen: Früherkennung eines Herzinfarkts

Mithilfe einer Blutuntersuchungen kann der Herzinfarkt im Krankenhaus diagnostiziert werden./Bild:Fotolia
Gut zu wissen: Früherkennung eines Herzinfarkts
Julia Haberl

Herzinfarkt und Schlaganfall zählen zu den Haupttodesursachen in Österreich. Ca. 30.000 Österreicher erleiden jährlich einen Herzinfarkt, teilweise mit gravierenden Folgen. Aber was genau versteht man unter dem Herzinfarkt? Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. Herzkranzgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, sind durch einen Thrombus verstopft. Wenn der Herzmuskel nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, sterben Bereiche des Herzmuskels ab. Die Ursachen für einen Herzinfarkt können erblich bedingt sein oder auf einen ungesunden Lebensstil (Bewegungsmangel, Übergewicht, erhöhter Cholesterinspiegel) rückführbar sein.

Ein Herzinfarkt äußert sich durch starke Schmerzen im Brustbereich, Atemnot und Panikgefühl. Wenn ein großes Herzkranzgefäß mit einem Blutgerinnsel verstopft ist, kann dies innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen. Deshalb zählt bei einem Verdacht auf Herzinfarkt jede Sekunde!

Früherkennung durch Troponinmessung

Im Krankenhaus sollte eine schnellstmögliche Diagnose erfolgen, damit eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann. Dies kann mithilfe eines Troponin-Tests erfolgen. Troponin ist ein für das Herz typisches Protein, dass bei einer Schädigung der Herzmuskelzellen ins Blut gelangt. Je höher die Konzentration im Blut, desto wahrscheinlicher liegt ein Herzinfarkt vor. Laut neuester Studien sollten am besten zwei Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt. Somit können auch die Veränderungen der Troponinwerte innerhalb weniger Stunden untersucht werden. Außerdem liefert diese Diagnosemethode weitere Ergebnisse, die für die Therapiemaßnahmen von Bedeutung sind und als Entscheidungshilfe dienen. Trotzdem ist in diesem Gebiet zukünftig noch sehr viel Forschungspotenzial vorhanden.

Soforthilfe bei Verdacht eines Herzinfarkts

Beim Verdacht auf einen Herzinfarkt sollten sofort die Rettung und ein Notarzt verständigt werden. Am Telefon sollten kurz und präzise die wichtigsten Informationen geschildert werden. Man sollte außerdem auf keinen Fall selbst mit dem Auto ins Krankenhaus fahren. Der Oberkörper des Betroffenen muss höher und bequem gelagert werden. Beengende Kleidungsstücke müssen ausgezogen werden, damit die Atmung relativ frei ist. Beruhigende Worte und Unterstützung sind in diesem Fall für den Betroffenen besonders wichtig. Falls der Patient aufhört zu atmen, sollten die Angehörigen umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen bis die Rettungskräfte eingetroffen sind. Die regelmäßige Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses ist also auch im Alltag von großer Bedeutung, um als Ersthelfer gute Arbeit leisten zu können.