Gesundheit

Hashimoto Thyreoiditis – eine neue Volkskrankheit?

Hashimoto - Thyreoiditis bleibt oft lange unentdeckt, die Anzahl der Fälle steigt. /Bild: Fotolia
Hashimoto Thyreoiditis – eine neue Volkskrankheit?
Melanie Payerl

Immer häufiger wird Hashimoto Thyreoiditis als Volkskrankheit bezeichnet. Fast jeder zehnte Mensch in der westlichen Welt trägt einen erhöhten Wert an Antikörper gegen das eigene Schilddrüsengewebe im Blut.

Die Hashimoto – Thyreoiditis ist eine Erkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Es handelt sich dabei um eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen, die zu einer Entzündung der Schilddrüse führt. Die Schilddrüse ist Teil des endokrinen Systems, das Hormone produziert, die für die Steuerung vieler Körperfunktionen verantwortlich ist. Die Hashimoto Erkrankung kann zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen, dabei produziert die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone für die Bedürfnisse des Körpers. Frauen sind dabei zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer.

Worin liegt die Ursache?

Schmerzen

Die genaue Ursache für die Hashimoto – Erkrankung ist nicht bekannt. In vergangenen Jahrzehnten wurde jedoch ein Jodmangel für die Entstehung von Schilddrüsenerkrankungen verantwortlich gemacht. Seit einigen Jahren kann jedoch eine gesteigerte Anzahl an Schilddrüsenentzündungen festgemacht werden. Wobei eine zu hohe Jodaufnahme für diverse Schilddrüsenerkrankungen wie auch Hashimoto – Thyreoiditis verantwortlich gemacht wird. Auch die Gene dürfen nicht außer Acht gelassen werden, wenn bereits ein Familienmitglied an Hashimoto leitet, ist es naheliegend, dass auch andere Familienmitglieder eine Schilddrüsenerkrankung bekommen können. Ein weiterer Faktor, der Hashimoto – Thyreoiditis begünstigt, ist eine Strahlenbelastung, die etwa durch einen atomaren Unfall freigesetzt wird.

Patienten wissen nicht, dass sie an dieser Erkrankung leiden!

Die Symptome der Hashimoto – Erkrankung können sich über Jahre hinweg entwickeln, zudem sind sie sehr unspezifisch. Zu den ersten Anzeichen zählt eine vergrößerte Schilddrüse, die auch als Kropf bezeichnet wird. Bei einem Kropf ist die Region des Kehlkopfs geschwollen, wobei dieser auch zu Schluckbeschwerden führen kann. Andere Symptome sind in der Regel eine Gewichtszunahme, rasche Ermüdung, Blässe sowie Schwellungen im Gesicht, Gelenks- und Muskelschmerzen, Depressionen, besonders starke und unregelmäßige Menstruation. Da die Symptome nicht wirklich spezifisch sind, sondern auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, bleibt die Hashimoto – Erkrankung häufig lange unbemerkt. Ein Besuch beim Arzt unumgänglich, um die Erkrankung zu diagnostizieren.

Behandlungsmaßnahmen

Aepfel

Die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen ist besonders vielversprechend als Therapiemaßnahme bei Hashimoto – Thyreoiditis. Um freie Radikale zu bekämpfen, helfen natürliche Antioxidantien aus Obst und Gemüse aber auch sehr gut. Ebenso empfehlenswert sind Omega-3-Fettsäuren, denn diese wirken entzündungshemmend auf das Gewebe und unterstützen außerdem das Immunsystem. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kann bei Hashimoto besonders gut geholfen werden. Bei Verdacht auf Hashimoto – Thyreoiditis ist ein Gang zum Arzt trotzdem Pflicht.