Haters gonna hate: Online Dating mal anders !

Beziehungen müssen nicht auf geteilten Interessen basieren - geteilter Hass ist auch eine Möglichkeit ! /Bild: Fotolia
Haters gonna hate: Online Dating mal anders !
Catharina Kaiser

Beziehungen wie auch Freundschaften basieren zu einem beachtlichen Teil auf Gemeinsamkeiten und geteilten Interessen. Allerdings müssen sich Menschen nicht immer nur aufgrund ihrer gemeinsamen Vorlieben zu einander hingezogen fühlen. Laut der neuen Dating App „Hater“ scheint es mit gemeinsamen Desinteresse nämlich genau so gut zu klappen. Ja richtig gehört, man muss nicht immer dasselbe lieben, man kann auch dieselben Dinge hassen. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich bei dieser Dating App also alles um geteilten Hass.

Gemeinsamer Hass = wahre Liebe ? 

„Worauf es wirklich ankommt sind Gemeinsamkeiten“, erklärt Machtmacker und Beziehungs-Coach Julia Bekker. Und diese müssen sich ganz offensichtlich nicht auf positive Vorlieben beschränken, sondern können sich ebenso auf das Gegenteil beziehen. „Allerdings sind wir keinesfalls verrückt danach Menschen ausschließlich basierend auf ihren gemeinsamen Desinteresse zusammen zu bringen“, fügt Bekker hinzu. Die Nutzer der Dating App können sich somit auch wie gewohnt über Dinge unterhalten die sie lieben. Die Idee hinter „Hater“ ist allerdings ziemlich simpel: Der Wunsch der Gründer war es, eine Dating App zu entwickeln, die eine ehrliche Ausdrucksweise seitens der User ermöglicht. Anstatt sich zu verstellen und krampfhaft gemeinsame Vorlieben zu finden, oder noch schlimmer zu allem „Ja“ und „Toll“ zu sagen, obwohl man manche Sachen eigentlich schrecklich findet. „Häufig lässt sich auch leichter ein Gesprächsthema finden, wenn man weiß dass das Gegenüber Oliven, Zoobesuche oder all inclusive Strandurlaube ebenso abgeneigt ist wie man selbst“, so Brendan Alper, CEO von Hater. Und jeder der bereits ein paar Erfahrungen mit Dating Apps sammeln konnte weiß, wie schwer es sein kann, ins Gespräch zu kommen – vor allem wenn die Konversation mit dem obligatorischen „Hey“ beginnt.

Tinder mit Zusatzfunktion

Wer sich bei „Hater“ anmeldet, muss zunächst eine Reihe Themenfelder durcharbeiten. Je nachdem ob man etwas liebt, hasst, oder einfach nur abgeneigt ist, wischt man auf dem Smartphone nach oben, unten oder auf zur Seite. Einigen sind derlei Interessenerfassungen vielleicht bereits von anderen Plattformen wie Pinterest und Co. bekannt. Anschließend werden die vermeintlichen Vorlieben im Profil angezeigt und dadurch für andere User sichtbar. Am Ende kann sich der potenzielle Flirt also gleich mal danach erkunden wie Sie wirklich über Waffen, Kaugummis am Gehweg, Schlagermusik oder Katzen denken. Ist das Profil erst einmal eingestellt, können die User andere Profile anklicken und sowohl das Profilbild als auch die, durch einen Algorithmus bestimmte, Kompatibilität sehen. Allerdings scheint bei der App vor allem die Suche nach gemeinsamen Desinteresse im Vordergrund zu stehen und weniger die tatsächliche Auswahl aufgrund des Profilbilds.

Erfolgsversprechen ?

Ob die Methode, Menschen auf Basis ihrer gemeinsamen Desinteresses zusammenzubringen, tatsächlich erfolgversprechend ist, steht noch in den Sternen. Doch möglicherweise haben die Gründer wirklich den Nerv der Zeit getroffen. Zumindest wurde über Themen wie Politik, Ernährung oder Trends noch nie so heiß diskutiert wie heute. „Nachdem Dating Apps inzwischen wie Unkraut aus dem Boden sprießen, ist eine solche App sicherlich eine willkommene Abwechslung“, so Stefanie Safran, Gründerin von Stef and the City. Immerhin sehen sich mehr und mehr Menschen nach einer allgemeinen Möglichkeit um mit anderen in Kontakt zu treten und gemeinsame Interessen zu finden, die sich nicht nur um Vegan oder Nicht-Vegan drehen.

Da die App erst mit 8. Februar online ging, ist noch relativ unklar in welche Richtung sich die Gespräche, Chats und Zugriffe entwickeln werden. Nichtsdestotrotz konnten die Gründer bereits einige der beliebten Vorlieben und Hass-Lieben anführen: Demzufolge sind Männer, im Vergleich zu Frauen, deutlich begeisterter von Zoobesuchen, Zungenküssen und dem Wort „Höschen“, während Frauen eine Vorliebe für Barkeeper, Horoskope und Henna Tattoos haben – was die männlichen Nutzer der App übrigens nicht einfach nur „uncool“ finden, sondern schlichtweg nicht ausstehen können.