Frauenmedizin

Haushaltsreiniger: Welche Chemikalien in der Schwangerschaft gemieden werden sollten

Haushaltsreiniger sollten in der Schwangerschaft mit Vorsicht eingesetzt werden. Auch aus alternativen "Hausmittelchen" wie Backpulver, Kernseife oder Essig lassen sich ganz einfach schadstofffreie Reinigungsmittel herstellen. /Bild: Fotolia.
Haushaltsreiniger: Welche Chemikalien in der Schwangerschaft gemieden werden sollten

Ganz langsam – und trotz teilweise noch sehr winterlichen Temperaturen – spürt man es schon ein wenig: Es ist bereits früher und auch länger hell und auch die Vögel zwitschern bereits wieder etwas vermehrt. Mit dem in etwa ein bis zwei Monaten kommenden Frühling steht auch der Frühjahrsputz vor der Tür, im Rahmen dessen Fenster und Böden sowie jegliche Flächen unter Verwendung von Haushaltsreinigern abgestaubt, geputzt und poliert werden. Doch vor allem Schwangere sollten über Chemikalien und deren möglichst wenig gesundheitsschädigende Handhabung Bescheid wissen. Einige Reinigungsmittel etwa enthalten Inhaltsstoffe, welche das Risiko für Anomalien, Fehlbildungen, erhöhen könnten.

Risiko für Schwangere und Ungeborene wissenschaftlich bestätigt

Eine Studie des New York State Health Department kam zu dem Ergebnis, dass das Geburtsschäden-Risiko von Kindern von Frauen, welche als Hausmeisterinnen oder auch als Putzfrauen arbeiteten, durchschnittlich erhöht sei. Grund dafür sei vor allem die regelmäßige Exposition gegenüber schädlichen Chemikalien. Zuallererst sei gesagt; Es ist nicht gänzlich möglich, schädliche Auswirkungen von Reinigungschemikalien auszuschließen. Doch es können in jedem Fall verschiedene Maßnahmen wahrgenommen werden, um die gesundheitlichen Gefährdungen für die werdende Mutter selbst und für ihr Baby zu senken.

Schädliche Chemikalien

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Glykolether: Diese werden nicht nur mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, sondern auch für eine verminderte männliche Fruchtbarkeit sowie Geburtsschäden assoziiert. Glykolether lassen sich unter den angeführten Inhaltsstoffen etwa als 2-Butoxyethanol (EGBE) oder auch Methoxydiglykol (DEGME) identifizieren. Meistens sind sie in Ofenreiniger- Präparaten zu finden.

Phthalate: Diese stehen vor allem in Zusammehang damit, das Risiko angeborener Geburtsanomalien männlicher Babys erhöhen zu können. Phtalate werden oft nicht explizit im Rahmen der Inhaltsstoffangaben angegeben: Meist sind sie jedoch in Duftstoffen oder Parfüms enthalten, welche vor allem in Weichspülern oder auch Lufterfrischern zu finden sind. Alternativ zu letzeren empfiehlt sich die Verwendung von natürlichen ätherischen Ölen sowie ausreichendes Lüften.

Parabene: Parabenen wird in erster Linie ihre östrogenähnliche Wirkung im menschlichen Körper nachgesagt. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Butylparaben die Fruchbarkeit von Männern beeinträchtigen könne. Neben Butylparaben können Parabene auf der Verpackung als Ethylparaben, Methylparaben, Isobutylparaben Propylparaben oder auch als Isopropylparaben angeführt sein.

Sonstige: Ebenso (unter anderem nicht nur) für Schwangere gesundheitlich problematisch eingestuft werden Ammoniak, Alkohol, Chlor, Acrylpolymere sowie Terpene.

Weitere Tipps für „gesündere“ Reinigung

  • Wie so oft werden alternative Anwendungen und Präparate in ihrer Wirksamkeit unterschätzt. Neben der Verwendung einer Reinigungsmischung aus Essig und Wasser lässt sich auch aus Natron und Kernseife ein Allzweckreiniger für den Hausgebrauch herstellen. Zugesetzt werden können ebenso verschiedene natürliche ätherische Öle als Duftkomponenten –etwa, um den Essiggeruch zu überdecken.

  • Fällt die Wahl doch auf synthetische Reinigungsmittel, sollten nach Möglichkeit Sprüh- und Aerosolreiniger vermieden werden, da diese durch die Atemluft aufgenommen werden können. Generell sollte auch bei natürlichen Reinigungsmitteln eine Exposition gegenüber Aerosolen vermieden werden, da diese vor allem bei vorbelasteten Frauen das Risiko für Asthma erhöhen können.

  • Last but not least: Wer als Schwangere auf höchste Nummer sicher gehen möchte, sollte gewisse Reinigungsarbeiten im Haushalt überhaupt besser dem Partner, einem lieben Freund/einer lieben Freundin oder auch einer Reinigungshilfe überlassen: Ganz ohne schlechtes Gewissen.