Gesundheit

Heiße Bäder effektiver gegen Depressionen als Sport

Das Ansteigen der Körpertemperatur durch heiße Bäder wirkt positiv auf Menschen mit Depressionen. /Bild: Fotolia
Heiße Bäder effektiver gegen Depressionen als Sport
Trixi Kouba

Ein heißes, duftendes Vollbad ist eine Wohltat für die Seele – das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Freiburger Forscher zeigten, dass regelmäßiges heißes Baden sogar noch effektiver als Sport gegen Depressionen wirkt.

Forscher der Universität Freiburg berichteten kürzlich, dass regelmäßige Bäder am Nachmittag mit einem mäßigen aber konstanten Stimmungsaufschwung bei Personen mit Depressionen verbunden sind. Der Effekt war sogar noch größer als jener des allgemein bekannten und genutzten Tricks der körperlichen Betätigung zum Stimmungsaufhellen. Wie funktioniert’s?

Gestörte Körpertemperatur bei Menschen mit Depressionen

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Das Erhöhen der Körpertemperatur hilft dabei, den circadianen Rhythmus zu stärken und zu synchronisieren, also jene täglichen Umschwünge im Verhalten und in der Biochemie des Körpers, die all unsere Organe beeinflussen, wie auch das Gehirn oder den Schlaf-Wach-Rhythmus. Während des Tages steigt die Temperatur des Rumpfes normalerweise, in der Nacht fällt sie ab. Dieses Abfallen der Temperatur hilft dabei, das Hormon Melatonin auszuschütten, was dem Körper signalisiert, dass Nacht ist und dadurch zu einem guten Schlaf verhilft. Bei Menschen mit Depressionen ist dieser Rhythmus der Körpertemperatur oftmals gestört und schwankt um mehrere Stunden. Dadurch helfen nicht nur heiße Bäder, sondern auch Tageslicht am Morgen, um den circadianen Rhythmus zu stärken und Depressionen zu lindern, berichtet The New Scientist.

Bad schlägt Sport

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In der Freiburger Studie wurden 45 Versuchsteilnehmer mit Depressionen angehalten, entweder zwei Mal wöchentlich für eine halbe Stunde in 40 Grad Celsius heißem Wasser zu baden und sich dann in Handtüchern und mit Wärmeflaschen weitere 20 Minuten warmzuhalten oder zwei Mal wöchentlich eine dreiviertel Stunde Aerobic-Einheiten zu praktizieren. Acht Wochen später zeigte sich, dass die Depressionen bei jenen Menschen, die sich regelmäßig badeten, um das doppelte stärker zurück geschritten waren als bei jenen, die Sport betrieben.