Erkältung

Helfen Immun-Booster wirklich bei Erkältungen ?

Sobald sich eine Erkältung bemerkbar macht, greifen viele erstmal zu Vitamin C !
Helfen Immun-Booster wirklich bei Erkältungen ?
Catharina Kaiser

Sobald sich eine Erkältung bemerkbar macht, erfolgt bei vielen zu aller erst einmal Griff nach Vitamin C und anderen Immun-Booster. Klar Vitamine sind wichtig und können dabei helfen die Erkältung doch noch einmal abzuwehren. Auf die Frage, ob Immun-Boster tatsächlich nützlich sind, gibt es allerdings keine klare Antwort.

Was bewirken Immun-Booster ?

Jedem ist bewusst, dass bestimmte Vitamine benötigt werden, um den Körper zu schützen, oder gegebenenfalls zu heilen. „Sowohl Zink als auch Vitamin C können nachweislich dabei helfen eine entstehende Erkältung abzuwehren“, erklärt Dr. Aileen Marty, Spezialistin für Infektionskrankheiten an der Florida International University. Immun-Booster haben somit durchaus die Fähigkeit Erkältungssymptome zu reduzieren. Laut einem 2013 veröffentlichten Bericht über die Wirksamkeit von Vitamin C bei Erkältungen wurde vor allem der positive Effekt bei sehr aktiven Menschen bestätigt. Ob das auch bei der breiten Masse der Fall ist, konnte allerdings noch nicht belegt werden. Inzwischen konnte auch Zink mit einer schnelleren Genesung bei Erkältungen in Verbindung gebracht werden.

Mehr ist nicht immer besser

Allerdings gibt es bei Immun-Boostern auch einen Haken: Wasserlösliche Vitamine wie etwa Vitamin B und C können nur bedingt vom Körper absorbiert werden. Der Rest wird praktisch sofort wieder ausgeschieden. Im Gegensatz zu anderen Nährstoffen bleibt eine „Überdosis“ aber ohne Gefahren. Bei Vitaminen, die in immunstärkenden Supplements gefunden werden könne, sieht die Sache schon anders aus. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K können bei Überkonsumierung tatsächlich Probleme mit sich bringen. Im Gegensatz zu den wasserlöslichen Varianten werden sie nämlich nicht ausgeschieden, sondern in Leber und Fettgewebe gespeichert, wodurch nach und nach eine Überdosis entstehen kann. Im Falle von Vitamin A kann das beispielsweise zu Sehstörungen, Knochenschmerzen und Leberschäden führen. Laut dem National Institutes of Health sind Ergänzungen übrigens die Hauptursache dafür, dass Menschen eine toxische Menge von Vitamin A konsumieren. Problematisch dabei? Nicht einmal Experten wissen wie viel zu viel ist. Aktuell empfehlen die meisten Gesundheitsexperten und Ernährungswissenschaftler nicht mehr als die angeführte Tagesdosis für ein Vitamin oder einen Mineralstoff einzunehmen. Immun-Booster enthalten allerdings oftmals eine Vitamin-Konzentration, welche die empfohlene Dosis weit überschreitet. „Werden Dosierungsanweisungen genau befolgt und ein Immun-Booster nur über einen kurzen Zeitraum hinweg eingenommen, besteht aber nur ein sehr geringes Toxizitätsrisiko“, so Marty. Aufgrund der fettlöslichen Vitamine sind herkömmliche Immun-Booster folglich ausschließlich für den kurzfristigen Gebrauch gedacht.

Richtige Ernährung statt Immun-Booster

Der beste und weit weniger risikoreiche Weg um eine Erkältung zu vermeiden ist und bleibt die gute alte Kombination aus Sport und gesunder Ernährung. Vor allem wenn es um Vitamine und Mineralstoffe geht sollte immer Ernährung im Fokus stehen. Sofern man mehr Vitamin C benötigt, sollte man gelbe Paprika, Guave, Grünkohl, Papaya und Erdbeeren konsumieren. Sie alle enthalten weit mehr Vitamin C als eine Organe. Für Zink eignen sich Schalentiere und Joghurt. Zudem ergab eine 2015 veröffentlichte Studie der University of Houston, dass moderate Bewegung ebenfalls das Immunsystem aktiviert und hilft Infektionen abzuwehren. Grundsätzlich gilt also: Wer Gemüse, Fleisch und Milchprodukte in einer ausgewogenen Ernährung kombiniert und dazu noch etwas Sport treibt, wird definitiv keine Immun-Booster benötigen.