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Herpes durch Lippenstiftprobe in Drogerie ?

Eine Amerikanerin klagt eine Drogeriekette aufgrund einer Herpes-Infektion ! /Bild: Fotolia
Herpes durch Lippenstiftprobe in Drogerie ?
Trixi Kouba

In Kalifornien klagte eine Kundin der Kosmetikfirma Sephora das Unternehmen aufgrund von emotionalem Stress, nachdem an ihren Lippen Herpes aufgetreten war. Sie hatte zuvor Lippenstiftproben in einem der Geschäfte genommen. Ist es tatsächlich möglich, sich mit Herpes durch Proben anzustecken?

Laut Medienbericht von TMZ besuchte eine Frau in Kalifornien im Oktober 2015 ein Kosmetikgeschäft und probierte an freien Proben verschiedene Lippenstifte aus. Einige Zeit später wurde sie mit Herpes diagnostiziert. Die Frau gab an, zuvor nie an Herpes gelitten zu haben. Sie kritisiert fehlende Warnungen des Kosmetikunternehmens. Wäre sie sich des Risikos bewusst gewesen, hätte sie es vermieden. Sie klagt die Kosmetikkette nun aufgrund von emotionalem Stresses und einer „unheilbaren, lebenslangen Krankheit“.

Wie hoch ist das Risiko ?

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Setzt man sich beim Durchprobieren von Lippenstiften im Drogeriemarkt tatsächlich einer Ansteckung aus? Tendenziell sollte man das Teilen von Kosmetikartikel mit Fremden oder Freundinnen vermeiden. Bakterien auf Mascara, Make-up & Co. können leicht auf andere Personen überspringen und Entzündungen auslösen. Das Übertragungsrisiko von Herpes ist allerdings äußerst gering. Dafür müsste eine Person mit akuter Herpesinfektion Lippenstift benutzen und eine weitere Kundin den Stift nur Sekunden danach auftragen. Denn schon nach wenigen Sekunden sterben die Viren ab. Wahrscheinlicher ist, dass der Virus sowieso schon im Körper vorhanden ist. Die meisten Menschen zeigen nur keine Symptome. 9 von 10 Menschen tragen den Herpesvirus („Herpes simplex labialis“) schon seit dem Kindesalter in sich. Die Übertragung verläuft unter anderem durch Küsse oder dem Benutzen von gemeinsamen Besteck. Der Virus schlummert ein Leben lang im Körper, die Hälfte der Personen spürt nie Auswirkungen davon. Die andere Hälfte leidet regelmäßig alle paar Monate unter Fieberblasen. Die Ursachen für das Ausbrechen des schlummernden Virus können ein geschwächtes Immunsystem durch Grippe oder Fieber sein, Stress, Hitze, Kälte, Allergien oder Hormonumstellungen.

Oral- & Genitalherpes

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Der Herpes-Virus lässt sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in zwei Arten einteilen: Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV-1) und Herpes simplex virus Typ 2 (HSV-2). Bei dem oral übertragbaren Virus handelt es sich um Typ 1. Typ 2 ist ein durch Geschlechtsverkehr übertragbarer Herpesvirus, der die Genitalien befällt. Doch auch Typ 1 kann Genitalherpes auslösen. Beide Infektionen sind nicht heilbar und bestehen ein Leben lang. Weltweit sind rund 417 Millionen Menschen zwischen 15 und 49 Jahren vom HSV-2 betroffen. Das macht rund elf Prozent der Weltbevölkerung aus. Die Gefahr der Übertragung ist bei sichtbaren Symptomen am höchsten, doch auch in Abwesenheit von Symptomen kann der Virus übertragen werden. Mit Genitalherpes infizierte Personen leben mit einem höheren Risiko, an HIV zu erkranken und zu übertragen.