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Herz von Neugeborenen durchläuft Umstellung nach Geburt

Eine "programmierte" Kreislaufumstellung nach der Geburt sichert Babys den Start ins Leben. /Bild: Fotolia
Herz von Neugeborenen durchläuft Umstellung nach Geburt
Trixi Kouba

Bei ungeborenen Babys hat die Lungenatmung noch nicht eingesetzt, der Gasaustausch läuft über die Plazenta. Die rechte Herzkammer pumpt einen kleinen Teil des sauerstoffarmen Blutes in die Lungengefäße, den Rest erledigt ein Blutgefäß namens „Ductus arteriosus Botalli“.

Das Blutgefäß, welches vor der Geburt die Lungenarterie mit der Aorta verbindet, bleibt in den ersten Lebenstagen von Neugeborenen offen und verstärkt damit die Pumpkraft der linken Herzkammer. Ist seine Funktion erfüllt, verschließt sich das Gefäß. Diese „programmierte“ Umstellung nach der Geburt konnte eine Forschungsgruppe der MedUni nun nachweisen.

Blutgefäß schrumpft und verschließt sich

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Mit der Geburt beginnt die Atmung. Die rechte Herzkammer pumpt nun Blut in die Lungengefäße, wo es mit Sauerstoff angereichert wird, der Blutfluss im Ductus Botalli dreht sich um und erfolgt nun von der Aorta in die Lungengefäße. Diese Kreislaufumstellung im Zeitraum vor und nach der Geburt ist äußerst komplex und läuft „programmiert“ ab. Hat das Blutgefäß seine Funktion erfüllt, schrumpft es und verschließt sich im Laufe der ersten Lebenstage. Warum der Ductus Botalli einige Zeit nach der Geburt bei Neugeborenen offen bleibt, war bis jetzt unklar.

Verzögerter Prozess bei Frühchen

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Da die Lunge bei frühgeborenen Babys unreifer ist, verzögert sich auch dieser automatische Prozess. Das wichtige Blutgefäß bleibt länger offen. Anhang von Frühgeborenen konnten die Forscher der MedUni damit erkennen, dass das Blutgefäß durch sein Offenbleiben nach der Geburt die linke Herzkammer des Babys „trainiert“ und die Durchblutung der Lunge nach der Geburt unterstützt. „Die programmhaft ablaufende Kreislaufumstellung nach der Geburt ist darauf ausgerichtet, unseren Start ins Leben zu sichern“, erklärt die Studienleiterin Ulrike Salzer-Muhar von der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Kardiologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde.

Quelle: MedUni Wien