Hilfsbereitschaft verlängert Leben

Getestet wurde mit Großeltern, die bei der Betreuung ihrer Enkelkinder mithelfen ! /Bild: Fotolia
Hilfsbereitschaft verlängert Leben
Trixi Kouba

Forscher zeigten, dass unterstützende Großeltern nicht nur anderen, sondern auch sich selbst einen Gefallen tun. Wer sich um andere Menschen kümmert, lebt drei Jahre länger, zeigt eine aktuelle Studie.

Ein internationales Team aus Wissenschaftlern zeigte, dass Großeltern, die sich um ihre Enkelkinder kümmern, durchschnittlich länger leben, als Großeltern die nicht helfen. Über 500 Menschen zwischen 70 und 103 Jahren wurden für die Studie untersucht, die zwischen 1990 und 2009 durchgeführt wurde. Hilfsbereitschaft zeigt dabei eine positive Wirkung auf die Lebensdauer der Großeltern. Die Hälfte der Großeltern, die ihre Enkel unterstützten, waren auch noch 10 Jahre nach ihrer ersten Befragung am Leben. Dasselbe galt auch für Teilnehmer, die keine Enkelkinder hatten, aber ihre eigenen Kinder unterstützten, beispielsweise im Haushalt. Im Gegensatz dazu starb die Hälfte jener Teilnehmer, die niemanden half, schon fünf Jahre nach dem ersten Interview mit den Forschern. In der Studie wurden keine Großeltern untersucht, die primäre Bezugspersonen für Enkelkinder darstellten, sondern ab und zu ihre Hilfe anboten beziehungsweise als Vergleichsgruppe nie halfen.

Emotionale Unterstützung

caring2
Diese lebensverlängernde Wirkung macht nicht bei Familienmitgliedern halt. Auch kinderlose Menschen, die ihren Mitmenschen emotionalen Halt bieten, profitieren selbst davon. Die Hälfte dieser hilfsbereiten Menschen lebte noch weitere sieben Jahre nach der ersten Befragung, wobei nicht helfende Teilnehmer durchschnittlich vier Jahre weiterlebten.

Zu viel Fürsorge stresst & wirkt negativ

care
Das bedeutet aber nicht, dass Hilfsbereitschaft als Jungbrunnen gesehen werden darf. Denn wer sich zu sehr um die Sorgen anderer kümmert, leidet darunter. „Frühere Studien zeigten, dass intensive Einbindung Stress produziert, welcher eine negative Wirkung auf die körperliche und geistige Gesundheit hat“, so Ralph Hertwig vom Max Planck Institut. Es gilt eine Balance zu finden, um für beide Seiten das Beste herauszuholen. Die Studie wurde von der Universität Basel, Edith Cowan Universität, Universität Western Australia, der Humboldt Universität Berlin und dem Max Planck Institut Berlin durchgeführt.