Frauenmedizin

HIV-Präventionsring für Teenager als sicher eingestuft

Unter weiblichen Teenagern erfreut sich der HIV-Präventionsring an wachsender Beliebtheit ! /Bild: betablog.org/ International Partnership for Microbicides
HIV-Präventionsring für Teenager als sicher eingestuft
Trixi Kouba

Der vaginale HIV-Präventionsring wurde nun offiziell für Jugendliche als „sicher“ eingestuft. Unter weiblichen Teenagern erfreut sich der Ring laut US-Forschern großer Beliebtheit.

Weltweit waren 2011 rund 34 Millionen Menschen vom Human Immunodeficiency Virus (HIV) betroffen. Das macht geschätzte 2,5 Millionen Neuinfektionen jährlich. Eine genaue Zahl zu nennen ist schwierig, da sich nicht alle Menschen über ihre eigene Infektion im Klaren sind. Viele leben jahrelang mit dem Virus, bevor sie eine Diagnose erhalten. Er dringt in menschliche Zellkerne ein und löst die Entstehung von Bausteinen für neue Viren aus, die zahlreich ausgeschüttet werden. Die Wirtszellen sterben dabei ab. Wird HIV jahrelang nicht behandelt, kommt es zu einem schweren Immundefekt, wobei Infektionen aber auch Tumore aufgrund einer schwachen Immunabwehr nicht mehr vom Körper abgewehrt werden können. Behandlungsformen reduzieren die Menge an HIV im Körper, so dass das Immunsystem normal arbeiten kann. So kann HIV zwar nicht vollkommen entfernt werden, doch zusammen mit Sorgfalt und Behandlungsmethoden kann der Betroffene ein langes und gesundes Leben führen.

Erste Präventionsmethode nur für Frauen

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Der Ring weist zirka die Größe eines Diaphragmas auf und sitzt in der Vagina. Dort scheidet er ein Monat lang ein antiretrovirales Medikament namens Dapivirine aus. Das Medikament verhindert nicht nur ungewollte Schwangerschaften, sondern auch 56 % der HIV-Neuinfektionen. Bis vor kurzem war es Wissenschaftlern noch nicht klar, ob der biegsame Ring auch bei Jugendlichen funktioniere. In einem Versuch mit fast hundert sexuell aktiven Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren zeigt sich: Die große Mehrheit der Mädchen fand den Gebrauch des Rings sehr einfach und bemerkten ihn im Alltag nicht. Bei 87 Prozent der Mädchen konnte eine wirksame Menge des Medikaments in der Vagina beobachtet werden. Trotz anfänglicher Sorgen war der Ring auch nicht für ihre Partner unangenehm. Laut Erfahrungsberichten steigerte er sogar das sexuelle Vergnügen. Trägerinnen können den Ring selbst einsetzen und entfernen. Für Frauen wäre das ein großer Schritt zur Selbsthilfe, meinte Dr. Anthony Fauci, Direktor des US National Institutes of Allergy and Infectious Diseases zu BBC. Frauen könnten ihren Schutz damit selbst in die Hand nehmen und müssten nicht mehr auf den Willen der Männer vertrauen, beim Geschlechtsverkehr ein Kondom zu tragen. Nun soll der Präventionsring auch mit Teenagern in Afrika getestet werden. Hier sind Frauen besonders gefährdet. In manchen Regionen wie südlich der Sahara ist das Ansteckungsrisiko bis zu acht mal höher als bei Männern, berichtet die FAZ. Damit könnte der vaginale Ring die erste Präventionsmethode werden, die ausschließlich von Frauen verwendet wird.

Ansteckungsgefahr

HIV findet sich in Blut, Körperflüssigkeiten wie vaginalem Ausfluss, Samen und Feuchtigkeit im Rektum sowie in Muttermilch. Deshalb kann HIV während ungeschütztem Anal-, Vaginal- oder Oralsex übertragen werden. Beim Stillen kann HIV von der Mutter auf das Kind übergehen. Drogenabhängige können sich durch gemeinsames Benutzen von Spritzen anstecken.