Gesundheit

Hodenkrebs durch Handystrahlung ?

Hodenkrebs bildet bei Männern in der Alterklasse der 15- bis 25-Jährigen die häufigste Krebsart. Was sind die Ursachen ? /Bild: Fotolia
Hodenkrebs durch Handystrahlung ?

Hodenkrebs bildet bei Männern in der Alterklasse der 15- bis 25-Jährigen die häufigste Krebsart. Viele behaupten, dass die Handys in der Hosentasche und die damit verbundenen Strahlen Schuld daran sind.

Bekannte Risikofaktoren

Aktuelle Untersuchungen aus den USA kommen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Hodenkrebsfälle in den letzten Jahren gestiegen ist. Um zu ihrem Resultat zu gelangen, werteten die Wissenschaftler der Universität Chicago die Datenbank Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) und in Europa das European Network of Cancer Registries (EUREG) aus. Dabei untersuchten sie den Zeitraum von 1992 bis 2009. Es gibt einige Risikofaktoren, die die Entstehung von Hodenkrebs begünstigen können. Dazu zählen beispielsweise ein Hodenhochstand in früher Kindheit oder die Erkrankung eines Verwandten ersten Grades. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass diese Ursachen nicht für die steigende Anzahl der Neuerkrankungen verantwortlich sind.

Urteil: „Möglicherweise krebserregend“

Was viele schon vermutet haben, wird jetzt von Experten untermauert: Der Anstieg von Hodenkrebsfällen wird mit der Verbreitung von Mobiltelefonen in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich belegte Erklärungen stehen noch aus, trotzdem stuft auch die Weltgesundheitsorganisation die Handystrahlung als „möglicherweise krebserregend“ ein. Die Fachleute der WHO entschlossen sich zu dieser Einstufung der Strahlung, da es aus einzelnen Studien Hinweise auf ein möglicherweise erhöhtes Hirntumorrisiko vor allem bei starken Handynutzern gebe. Ob Handystrahlung wirklich Hodenkrebs verursacht, konnte bislang nicht sicher bewiesen werden.

Gefahr noch nicht abschätzbar

Der Urologe Dr. Reinhold Schäfer verdeutlicht, dass heute noch nicht beantwortet werden kann, wie gefährlich das Tragen von Smartphones & Co. in der Hosentasche tatsächlich ist. Es ist wichtig, dass die Wissenschaft die Beantwortung dieser Frage zu ihrer Aufgabe macht. Wer an Hodenkrebs erkrankt, spürt oft keinen Schmerz und stellt häufig keine Veränderungen am Hoden fest. Tumore der Hoden können aber am ehesten ertastet werden, weshalb eine regelmäßige Selbstuntersuchung bei der Früherkennung von Hodenkrebs an erster Stelle steht. Bei Flüssigkeitsansammlungen, tastbaren Knoten oder berührungsempfindlichen Hoden sollte unbedingt ein Urologe zu Rate gezogen werden.

Gute Heilungschancen

Bei einer Früherkennung von Hodenkrebs bestehen gute Heilungschancen. Der Therapieverlauf hängt vom Stadium des Krebses ab – wenn der Tumor weniger als 30 Prozent des Hodens einnimmt, wird ein operativer Eingriff vorgenommen, bei dem der Hoden erhalten bleibt. Bei einer Überschreitung dieser Größe muss der betroffene Hoden entfernt werden. Patienten büßen ihre Fruchtbarkeit erst ein, wenn beide Hoden entfernt werden müssen, was eher selten geschieht.