Gesundheit

Hormonelle Verhütung: Alternativen zur Pille ?

Die Antibabypille zählt als beliebteste Methode zur Verhütung - doch auch die zahlreichen Alternativen haben einige Vorteile ! /Bild: Fotolia
Hormonelle Verhütung: Alternativen zur Pille ?
Catharina Kaiser

Die Antibabypille zählt wohl zu den beliebten Methoden der Verhütung. Dennoch bringt sie oft einige Schwierigkeiten mit sich. So muss man sich als Frau zuerst an die tägliche Einnahme gewöhnen. Für viele ist das gar keine einfache Sache. Sollte sie besser morgens eingenommen werden? Was, wenn man verschläft? Also vielleicht doch eher abends? Wenn man dann nach Feierabend spontan mit Freunden im Lokal sitzt, kann man auch schnell darauf vergessen. Alternativen wie Spirale, Pflaster oder Ring sind daher für viele Frauen interessant. Denn für diese Verhütungsmethoden muss nicht großartig geplant werden. Lediglich alle paar Wochen oder sogar Jahre muss daran gedacht werden. Trotzdem ist die Wirkung genauso effektiv wie die der Pille!

Die Antibabypille

1. Die Hormonspirale

Für Frauen die auf lange Sicht eine Familie planen möchten ist die Hormonspirale eine tolle Alternative. Diese wird aus einem flexiblen Kunststoff geformt und von einem Gynäkologen direkt in die Gebärmutter eingesetzt. Durch die Abgabe des Hormons Gestagen wird eine Schwangerschaft verhindert. Ein großer Vorteil ist, dass diese Methode gleich mehrere Jahre wirkt. Es muss also nicht wie bei der Pille monatlich für Nachschub gesorgt werden. Da sie sich im Körper befindet ist auch das „Vergessen“ kein Problem mehr. Erst nach drei bis fünf Jahren muss die Spirale von einem Arzt herausgenommen werden. Alternativ dazu gibt es auch die konventionelle Kupferspirale. Die Wirkung geht zwar über den gleichen Zeitraum, funktioniert aber ohne Hormone.

2. Das Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster

Im Endeffekt ist die Pflastermethode die Pille zum Kleben. Wo das Kreditkartengroße Pflaster angebracht wird, bleibt jeder Frau selbst überlassen. Zur Auswahl stehen Bauch, Po oder Oberkörper. Praktischerweise kann man die Stelle den Jahreszeiten entsprechend wechseln. So können Sie im Sommer getrost ein kurzes Kleid tragen ohne der Welt gleich Ihr „Geheimnis“ zu offenbaren. Einmal wöchentlich muss das Pflaster erneuert werden. Nur in der vierten Woche wird kein Pflaster angebracht, damit die Regelblutung einsetzten kann. Vergleichbar mit dem Hormonring werden auch hier kleine Mengen an Gestagenen und Östrogenen abgegeben. Das Pflaster kann grundsätzlich von jeder Frau verwendet werden. Einzig bei einem Körpergewicht über 90 Kilogramm kann die Wirkung eingeschränkt sein.

3. Das Stäbchen

Das so genannte Verhütungsstäbchen wird von einem Arzt in den Oberarm eingepflanzt. Etwa drei Jahre lang wirkt das weiche etwa streichholzgroße Kunststoffstäbchen. Dabei wird eine Schwangerschaft ebenfalls durch das Hormon Gestagen verhindert. Normalerweise wird das Stäbchen nach Ablauf der Wirkungsdauer von einem Arzt entfernt – auf Wusch kann das natürlich auch schon früher erfolgen.

4. Die Dreimonats-Spritze

Die Dreimonatsspritze

Diese Methode ist zwar genau so effektiv wie andere Varianten, aber man sollte keine Angst vor Spritzen haben. Wie der Name schon verrät, wird diese Spritze alle drei Monate von einem Frauenarzt verabreicht. Durch diese wird das Hormon Gestagen direkt in den Muskel gespritzt und entfaltet dort seine Wirkung. Anschließend ist die Frau ganze drei Monate vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt. Da diese Methode allerdings einige Nebenwirkungen mit sich bringt, wird sie nur in Ausnahmefällen verordnet.

5. Der Hormonring

Diese Methode könnte auch als eine Art „High-Tech-Verhütung“ gesehen werden. Der Ring besteht aus einem durchsichtigen biegsamen Kunststoff und ist etwa 54 Millimeter groß. Im Gegensatz zur Spirale wird der Hormonring selbst eingeführt. Dies passiert immer am Anfang des Zyklus. Ähnlich wie bei der Pille wird er nach drei Wochen „abgesetzt“, also entfernt. Die Woche der Menstruation verbringen Sie daher „ring-frei“. Anschließen beginnt ein neuer Zyklus mit einem neuen Ring. Die Verhütung erfolgt dabei über eine niedrige Menge an Östrogen- und Gestagen-Hormonen.

6. Die „natürliche“ Art

Auf die natürliche Art

Zwar ist diese Methode eher unbekannt, doch auch die natürliche Familienplanung ist eine mögliche Alternative. Hier ist die Selbstbeobachtung der Frau das A und O. Dabei müssen Körpersymptome nämlich mit Adelaugen beobachtet werden. Wird das gewissenhaft gemacht, können die Symptome ausgewertet werden. Somit kann man selbst erkennen, ob es sich um einen fruchtbaren oder unfruchtbaren Tag im Zyklus handelt. Je nach dem wird verhütet – oder eben nicht. Von allen Methoden ist diese natürlich die ungenaueste und unsicherste und daher wenig empfehlenswert.