Frauenmedizin

Hormonelle Verhütungsmittel und Brustkrebs – besteht ein Zusammenhang ?

Die beigefügten Hormone beeinflussen den Hormonhaushalt der Frau ! /Bild: Fotolia
Hormonelle Verhütungsmittel und Brustkrebs – besteht ein Zusammenhang ?
Melanie Payerl

Viele Frauen verhüten mit der hormonellen Antibabypille und haben das vermutlich auch noch nie in Frage gestellt. Denn immerhin ist die Pille ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Wer hat sich schon einmal gefragt, ob die Antibabypille das Risiko an Brustkrebs zu erkranken fördert? Laut einer Studie, die im The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, wiesen Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel verwenden, ein erhöhtes Risiko auf an Brustkrebs zu erkranken. Grund dafür sind die beigefügten Hormone in den Verhütungsmitteln, die den Hormonhaushalt der Frau beeinträchtigen können.

Mann ist Tablette

Studienergebnisse

An der Studie haben rund 1,8 Millionen dänische Frauen teilgenommen. Rund 10 Jahre wurden Frauen zwischen 15 und 50 Jahren, die hormonell verhüteten von der Universität in Kopenhagen untersucht. Bei der Studie konnte festgestellt werden, dass 55 Frauen an Brustkrebs erkrankten, die nicht hormonell verhüteten. Hingegen erkrankten im selben Zeitraum rund 68 Frauen an Brustkrebs, die mit hormonellen Verhütungsmitteln verhüteten. Außerdem konnte in der Studie festgestellt werden, dass das Risiko an Brustkrebs zu erkranken steigt, je länger hormonelle Verhütungsmittel verwendet werden. Es sieht also so aus, dass es an den zugeführten Hormonen in den Verhütungsmitteln liegt, genau kann das aber nicht bestätigt werden.

Erschreckende Ergebnisse

Im Grunde genommen kann gesagt werden, dass alle hormonellen Verhütungsmittel das Brustkrebsrisiko bei Frauen steigen lassen. Wer etwa ein Jahr hormonell verhütet, hat ein um neun Prozent erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Wer wiederum rund zehn Jahre hormonell verhütet, weist ein um 38 Prozent höheres Risiko auf eventuell irgendwann an Brustkrebs zu erkranken.

Hormonelle Verhütungsmittel können vor Krebs schützen

hormonelle Verhütungsmittel
Das klingt erst einmal ziemlich paradox, dennoch kann sich die Einnahme der Antibabypille schützend auf einige Krebsarten auswirken. Wissenschaftler der Universität in Oxford sind zu interessanten Ergebnissen gekommen. Seit der Entwicklung der Antibabypille in den 1960er Jahren konnten rund 400.000 Tumore bei Frauen in der Gebärmutter verhindert werden, dieses Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ veröffentlicht. Die schützende Wirkung der Pille vermindert auch noch 30 Jahre nach dem Absetzten der Pille das Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken. Die Studie hat gezeigt, dass bei rund 23 von 1.000 Frauen, die mit der hormonellen Pille verhüteten ein Tumor in der Gebärmutterschleimhaut entstand. Bei Frauen, die rund zehn Jahre mit der Antibabypille verhüteten, sind es wiederum nur 13 von 1.000 Frauen. Mit der Antibabypille zu verhüten hat Vor- und Nachteile, ob die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel geeignet sind, das sollte jede Frau für sich selbst entscheiden.