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Horrorfilme: Die Psychologie hinter der Faszination für Grusel

Wie entsteht die Vorliebe bzw. Abneigung für Psychothriller und Horrorfilme ? /Bild: Fotolia
Horrorfilme: Die Psychologie hinter der Faszination für Grusel
Catharina Kaiser

Der Oktober naht in großen Schritten und mit ihm ein „Event“ des Grusels: Halloween. Während viele die triste Jahreszeit nutzen um gleich eine Art Horrorfilm Marathon zu absolvieren und sich dabei die gruseligsten und schrecklichsten Szenen mit teils fragwürdiger Begeisterung reinziehen, sind andere eher abgeneigt. Und das ist noch untertrieben: denn die Gegengruppe beginnt schon bei unheimlichen Szenen sich die Augen zuzuhalten, oder läuft panisch aus dem Raum. Doch wie kann es sein, dass Menschen in Sachen Horrorfilme derart konträr reagieren? Im Grunde liegt es in der Psychologie. Obwohl es keine eindeutige Erklärung dafür gibt, warum die einen Horrorfilme lieben und die anderen nicht, liefern Experten gleich eine Reihe möglicher Ursachen.

Horrorfilme verändern Stress

Es hat schon einen Grund, warum sensationsgierige Menschen Horrorfilme bevorzugen. Denn nirgendwo sonst kann man solche Szenen beobachten und zeitgleich fern von Konsequenzen bleiben. „Zudem könnten Horrorfilme erst recht aufgrund der körperlichen Reaktionen, die sie hervorrufen, so beliebt sein“, erklärt Dr. Margee Kerr, Soziologin und Autorin von Scream: Chilling Adventures in the Science of Fear. Gruselige Szenen könnten demnach die Herzrate des Zusehers in die Höhe treiben und den Körper einiges an Energie kosten. Manche fühlen sich im Anschluss also fast wie nach einem super intensiven Workout. „Es kann ein körperliches Gefühl wie nach einer Yogasession hervorrufen, bei dem sich Personen völlig auf ihren Körper fokussieren und geerdet sind“, so Dr. Kerr. Für andere ähnelt die physische sowie psychische Reaktionen hingegen eher einer Panikattacke.

Sensible Menschen vs. Horrorfans

Bei hochsensible Menschen oder HSP-Patienten besteht naturgemäß das Risiko einer schnellen Überstimulierung, sei es durch die Umgebung oder aufgrund anderer Faktoren. Dieses Problem ist natürlich auch bei Horrorfilmen gegeben, weshalb ihre Reaktion deutlich intensiver ausfallen kann.

Die Rolle der Kindheit

Wie in nahezu allen allen Bereichen des Erwachsenenlebens spielt auch in Sachen Horrorfilm Affinität die Kindheit eine wichtige Rolle. Je nachdem ob Kinder positive Erfahrungen beispielsweise mit scherzhaftem „Erschrecken“ gemacht haben, oder nicht – entwickelt sich später eine Vorliebe oder Abneigung gegenüber dem gewollten Grusel. „Dabei handelt es sich natürlich stets um die richtige Menge an Grusel im Kindesalter. Sein Kind in einen Horrorfilm zu zerren, noch bevor es überhaupt zwischen ‚real‘ und ‚fake‘ unterscheiden kann, ist und bleibt alles andere als nützlich“, so Dr. Kerr.

Horrorfilme für die Freundschaft

Es mag zunächst etwas befremdlich klingen, doch Horrorfilme könnten tatsächlich die Freundschaft stärken. Zumindest dann, wenn sie zusammen mit Freunden gesehen werden. Grund dafür ist, dass unter Stress geschlossene Kontakte oder Freundschaften von vornherein sehr viel stärker sind als andere. Das Band zwischen zwei Personen wird folglich noch fester, wenn man gemeinsam eine stressige Situation durchlebt.