Bewegung

Hot Yoga nicht gesünder als normales Yoga

Yoga bei 30 bis 40 Grad Raumtemperatur soll Fettpolster nur so dahinschmelzen lassen ... /Bild: Fotolia
Hot Yoga nicht gesünder als normales Yoga
Trixi Kouba

Schweißnasse Yoga-Posen bei 30° bis 40° Grad Raumtemperaturen sollen beim sogenannten Hot Yoga nicht nur das Körperfett wegschmelzen lassen, sondern auch als Detox-Programm wirken. Die Yoga-Art erfreut sich zunehmend an Beliebtheit. Forscher zeigen in einer aktuellen Studie, dass die Yogaübungen in der heißen Umgebung aber keinen größeren Nutzen zeigen als herkömmliches Yoga.

Hot Yoga oder auch Bikram Yoga umfasst 26 Yoga-Posen, zwei Atemübungen und eine hohe Raumtemperatur. Das Konzept wurde von Bikram Choudhury entworfen und konnte in der Vergangenheit weltweit immer mehr Fans sammeln. Geworben wird neben den herkömmlichen gesunden Effekten von Yogaübungen vor allem mit einem zusätzlichen Entgiften des Körpers durch hohe Temperaturen.

Hot Yoga: Körperfett leicht gesunken

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Dr. Stacey Hunter von der Texas State University führte mit Kollegen eine Studie durch, in der gesunde Erwachsene mittleren Alters in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Eine Gruppe führte zwölf Wochen lang drei Mal wöchentlich Yoga bei Raumtemperatur aus, die zweite Gruppe schwitzte zu Yogaposen bei einer Raumtemperatur von über 40° und die dritte Gruppe machte, wie bisher, kein Yoga. Zudem wurden ihre körperlichen Funktionen wie unter anderem Cholesterinspiegel und Körpergewicht gemessen. Die Forscher beschrieben, dass beide Yoga-Gruppen Verbesserungen hinsichtlich ihrer Herzgesundheit zeigten, die Kontrollgruppe zeigte keine positiven Veränderungen. Yogaübungen in der Hitze zeigte in diesem Fall keinen besseren Effekt als in normaler Raumtemperatur. Der einzige Unterschied: Teilnehmer des Hot Yoga verloren ein wenig mehr Körperfett aufgrund der extra aufgewendeten Energie.

Was Yoga (nicht) kann

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Laut Paulus Kirchhof, Professor für kardiovaskuläre Medizin an der University of Birmingham sind die gesunden Vorteile von Yoga im Vergleich zu anderen Sportarten nicht ganz klar, wie er „The Guardian“ erklärte. Zwar sind mit Yoga Vorteile wie ein reduzierter Blutdruck verbunden, dieser tritt aber auch bei anderen regelmäßigen Sportarten auf. Generell empfiehlt er Menschen fünf Mal die Woche dreißig bis vierzig Minuten moderater Bewegung. Yoga könne zusätzlich ausgeübt werden. Gefährlich werden die hohen Raumtemperaturen während Bewegung vor allem bei Menschen mit Herzproblemen. Doch deshalb sollte man als Yogi nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Die Vorteile von Yoga auf der emotionalen Ebene sind bereits gut erforscht. Jede Form der körperlichen Aktivität trägt sowohl zu einer besseren psychischen als auch körperlichen Gesundheit bei.