Bewegung

Hula Hooping: Effektiver Trendsport oder eher Spielzeug?

Hula-Hoop wird von manchen Menschen ein bisschen als "Spielzeug" belächelt. Ein Forscherteam konnte nun seinen besonderen Trainingswert  – mit einem gewichtigen Hula-Hoop- Reifen – belegen. /Bild: Fotolia
Hula Hooping: Effektiver Trendsport oder eher Spielzeug?

Hula-Hooping ist derzeit richtig im Trend: Die hüftkreisenden Bewegungen zu motivierender Musik und Hula-Hoop-Reifen sorgen für Spaß und gesunde Bewegung. Doch wie wertvoll ist diese wirklich als Trainingsform? Eine Studie, durchgeführt von einem Team des Exercise and Health Program an der University of Wisconsin, La Crosse, unter der Leitung von Holthusen und Dr. John Porcari ging dieser Frage genauer nach:

Studie untersuchte Herzfrequenz, Sauerstoffverbrauch und subjektive Anstrengung

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Im Rahmen der Studie wurden die Trainingsintensität sowie das kalorienverbrennende Potential des Hula-Hoop gemessen. Hierfür wurden ein Probandenteam von 16 weiblichen Freiwillige im Alter von 16 bis 59 Jahren, die alle mittlere bis fortgeschrittene Hooper waren, herangezogen. Vor dem Start der eigentlichen Testung absolvierte jede Teilnehmerin ein von Mary Pulak, Gründerin von Hooked on Hooping, entwickeltes Trainingsvideo. Dieses dauerte 35 Minuten lange und enthielt ein Warm-Up, schließlich ein 30-minütigen Hooping-Training mit sieben verschiedenen Tänzen sowie zusätzlich eine große Auswahl an Choreographien. Die Teilnehmer wurden anschließend mit einem tragbaren Sauerstoffanalysator und einem Herzfrequenzmesser ausgestattet und starteten die Trainingsvideos mit einem gewichteten Hula-Hoop-Reifen. So wurden vom Forscherteam Herzfrequenz und Sauerstoffverbrauch im Minutentakt aufgezeichnet. Ebenso wurden die Teilnehmerinnen alle Viertelminuten zu ihrer individuell wahrgenommen Anstrengung auf Grundlage der Borg-Skala befragt.

Ein Sport zur Gewichtskontrolle?

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Das Forschungsteam kam zum Ergebnis, dass beim Hula-Hooping im Durschnitt sieben Kalorien pro Minute, also etwa 210 Kalorien im Rahmen eines halbstündigen Trainings verbrannt werden würden. Die durchschnittliche Herzfrequenz lag hierbei bei 151 Schlägen pro Minute, was etwa 84 Prozent der altersbedingten Herzfrequenz für das durchschnittliche Individuum entspricht. Es wurde zudem ein durchschnittliche Sauerstoffverbrauch von etwa 20,6 ml/kg/pro Minute verzeichnet, die individuelle Wahrnehmung der Anstrengung wurde von den Teilnehmerinnen auf der Borg-Skala als „etwas hart“ bewertet. Nach Porcari sei Hula-Hooping bezüglich Herzfrequenz und Kalorienverbrauch– verglichen mit den meisten anderen Sportarten dieser Art– „ziemlich gut“. In der Tat könnte Hula-Hooping mit anderen Trainingsarten wie Step-Aeorobic und Cardio-Kickboxen in Bezug auf die Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit durchaus mithalten. Durch die Verbrennung von ca. 210 Kalorien pro 30-minütiger Sitzung fällt das Hooping den Studienautoren nach „unter die akzeptierten Richtlinien für Übungen, die zur Gewichtskontrolle beitragen können.“

Wertvolles Ganzkörpertraining

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Porcari betont ebenso den Wert des Hoopings als Ganzkörpertraining: es habe das Potential, „Ihre Beweglichkeit und Ihr Gleichgewicht zu verbessern, während es die Muskeln von Rücken, Bauch, Armen und Beinen stärkt und strafft. Die rhythmische Natur des Hoopings kann für einige auch entspannend und fast meditativ sein.“ Obwohl noch eine weitere angemessene Trainingsstudie durchgeführt werden müsste, um die potenziellen langfristigen gesundheitlichen Vorteile des Hoopings zu belegen, betont Holthusen, dass eines ganz sicher sei „Hooping macht Spaß.“