Gesundheit

Immuntherapie zeigt Fortschritte bei Lungenkrebs

Die neue Immuntherapie verlangt keine stationäre Aufnahme im Krankenhaus. /Bild: Fotolia
Immuntherapie zeigt Fortschritte bei Lungenkrebs
Melanie Payerl

Eine Studie, die erst kürzlich veröffentlicht wurde, hat bahnbrechende Entwicklungen bei der Lungenkrebstherapie herausgefunden. Die Studie wurde in der Zeitschrift The Lancet Oncology veröffentlicht. Sie konzentrierte sich vor allem auf den nicht kleinzelligen Lungenkrebs, der die häufigste Form von Lungenkrebs darstellt. Der Immunologe John Wrangle, M.D., vom Hollings Center an der medizinischen Universität von South Carolina sagt, dass es sich bei dieser Therapie um einen vielversprechenden Therapieansatz handelt, der ambulant durchgeführt werden kann. Gemeinsam mit Mark Rubinstein, Ph.D. wurde die klinische Studie entwickelt. Bei dieser Therapie werden zwei neuartige Medikamente zusammen eingesetzt, die zuvor noch nie gemeinsam verabreicht wurden. Dabei handelt es sich um ein Kontrollpunktmedikament und ein neues starkes Immunstimulationsmedikament. Während früher eine Krebsbehandlung immer mittels Operation, Strahlen- und Chemotherapie behandelt wurde, wird in den letzten Jahren vermehrt mit einer Immuntherapie behandelt.

Tolle Fortschritte für Lungenkrebspatienten

Krebs

Erstmals seit 30 Jahren ist es der Medizin gelungen, eine Verlängerung der Lebenserwartung bei Patienten mit kleinzelligen Lungenkarzinomen zu erzielen. Bei Lungenkrebspatienten handelt es sich in der Regel um Raucher. Diese sprechen relativ gut auf die Therapie an. In einer anderen Studie mit dem Namen IMpower133 wurden rund 200 Patienten mit Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium IV behandelt. Dabei wurde eine Gruppe mit herkömmlicher Chemotherapie behandelt, die andere Gruppe wurde mit einer zusätzlichen Immuntherapie behandelt. Die Studie lief über ein Jahr. Jene Patientengruppe, die zusätzlich eine Immuntherapie bekam, konnte eine zusätzliche Lebenszeit von etwas mehr als einem Jahr gewinnen. Bei der so genannten Placebogruppe lag die durchschnittliche Überlebenszeit bei zirka 10 Monaten. Zwei Monate scheinen für viele Menschen keinen signifikanten Unterschied darzustellen, für die Medizin ist das jedoch von großer Bedeutung. Denn erstmals konnte bei Patienten mit kleinzelligen Lungenkrebs eine Überlebensrate von über einem Jahr erzielt werden. Erfolgreiche Studien in der Krebstherapie sind unglaublich selten, so Wrangle.

Keine stationäre Aufnahme notwendig

Rauchen aufhoeren

Andere Immuntherapien erfordern eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus. Diese Art der Immuntherapie kann ambulant verabreicht werden. Bewusst wollten die Erfinder dieser Therapiemaßnahme eine stationäre Aufnahme verhindern. Der Therapieansatz ist jedoch noch nicht zu 100 Prozent ausgereift. Wrangle erklärte, dass das noch einige Zeit dauern wird, um ein besseres Gefühl für diese Art der Therapie zu bekommen. Bestimmt wird diese Art der Krebstherapie auch in Zukunft viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.