Featured

„Intuitives essen“ als Erfolgsmodell zur Gewichtsabnahme

Wer im Alltag versucht, "intuitiv" zu essen, nimmt laut einer Untersuchung der Universität Salzburg auch leichter ab/ Bild:Fotolia
„Intuitives essen“ als Erfolgsmodell zur Gewichtsabnahme
Paulin Klärner

Das mit dem Essen ist so eine Sache: Meistens tun wir es zu schnell, zu unaufmerksam, zu oft und zu den vollkommen falschen Zeiten. Und all diese Fehler bei der Nahrungsaufnahme tragen zu Problemen in der Magengegend sowie zur unerwünschten Gewichtszunahme bei. Aber wie isst man eigentlich richtig? Ein Forscherteam der Universität Salzburg hat sich in einer Untersuchung mit dem „intuitiven essen“ auseinandergesetzt.

Abnehmen durch Achtsamkeitstraining

eating

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die Salzburger Psychologen, welchen Einfluss Achtsamkeitstraining auf die Gewichtsabnahme hat. Die Hälfte der teilnehmenden 46 Probanden  erhielt ein professionelles Achtsamkeitstraining, bei dem es unter anderem auch darum ging, bewusst Kauen zu lernen. Durch richtiges Kauen kann man laut den Experten wieder lernen, selbst zu erkennen, wann der Körper genug hat und folglich wieder mehr Kontrolle über sein Sättigungsverhalten erlangen. Die zweite Hälfte der Probanden erhielt keine Beratung zum richtigen Essen.

Emotionales essen vs. Intuitives essen

eating

Aber was umfasst „intuitives essen“ noch alles? Hierbei geht es laut Experten darum, sich ganz dem Moment der Nahrungsaufnahme zu widmen – also bewusst zu Kauen, sich dem Geschmack des Gerichts hinzugeben, zu genießen, sich nicht durch Fernsehen, Smartphone oder Ähnliches ablenken zu lassen und aufmerksam darauf zu achten, wann der Körper genug hat. Doch nicht nur das „wie“ spielt hierbei eine entscheidende Rolle – auch das „wann“ ist von großer Bedeutung. Während man also beim „emotionales essen“ immer dann zu Snacks greift, wenn einem danach ist (oft unter Einfluss von Stress) und so sehr unregelmäßig und meist auch viel zu viel isst, sollte man eher darauf achten, nur dann zu essen, wenn das Hungergefühl einsetzt und der Körper nach Nahrung „verlangt“.

Die Ergebnisse der Studie:

8 Wochen nach der Untersuchung nahmen die Psychologen die Auswirkungen des Achtsamkeitstraining auf den Body-Mass-Index (BMI) genauer unter die Lupe. Laut Studie sank dieser in der Gruppe, die das Training erhalten hatte langfristig. Demnach haben die StudienteilnehmerInnen der Achtsamkeits-Gruppe auch im Alltag weiterhin auf „intuitives essen“ gesetzt, also versucht, nur dann zu essen, wenn sie wirklich hungrig waren (nicht, wenn sie Lust hatten), gut zu kauen und aufzuhören, wenn das Sättigungsgefühl einsetzte. „Übungen zur Achtsamkeit und Kautraining bewirkten positive Effekte bei den Probanden. Die Teilnehmer nahmen Gewicht ab und verbesserten ihr Ernährungsverhalten. Statt aufgrund von Emotionen oder Reizen zu essen, erlernten sie, wieder vermehrt auf die körpereigenen Signale Hunger und Sättigung zu hören. Damit ist es möglich, den Fokus wieder auf die Freude am Essen und den Geschmack von Speisen zu richten – und nicht auf Kalorienreduktion“, schreiben die Autoren der Studie.