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Ist das Glücklichsein vom Alter abhängig?

Die Lebenszufriedenheit durchläuft in den Jahren Höhen und Tiefen. /Bild: Fotolia
Ist das Glücklichsein vom Alter abhängig?
Melanie Payerl

Für viele Menschen ist die Suche nach dem Glück der Mittelpunkt des Lebens. Jeder strebt unter anderem nach Geld, einer glücklichen Beziehung, Sex, einen erfüllenden Job und Freundschaften. Doch obwohl viele Menschen all das haben, sind sie trotzdem ein Stück weit unglücklich. Eine Studie zeigt, dass wir uns in gewissen Lebensphasen glücklicher fühlen, als in anderen.

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Ergebnisse der Lebenszufriedenheitsforschung

Psychologen gehen davon aus, dass in den westlichen Ländern der Welt die Kurve des menschlichen Glücks U-förmig ist. Die Spitzen der Glückskurve liegen dabei im jungen Erwachsenenalter und dem späteren Alter, dazwischen liegt der Tiefpunkt. Während dieser Phase sind die Menschen am wenigsten glücklich. In der Lebenszufriedenheitsforschung konnte diese Theorie bestätigt werden. Die U-Kurven-Theorie wurde dabei mittels sieben separaten Studien bestätigt. Laut dieser Forschung liegt der erste Höhepunkt der U-Kurve in den Zwanzigerjahren, während dieser Zeit hat jeder Träume, Wünsche und unrealistische Hoffnungen vom Leben. Der Sinn für Realismus kommt bei vielen Menschen meist erst später. Die Studienleiter waren sich aufgrund der Beweise einig, dass Menschen eine psychologische Tiefphase während des mittleren Alters erleben. Doch woran könnte das liegen? Wer zwischen 30 und 40 Jahren alt ist, Job und Familie hat, weiß vermutlich auch woran das liegt – Stress. Stress und Verantwortung sind zwei Faktoren, die in der Zeitspanne zwischen 30 und 40 eine besondere Rolle einnehmen. Das Haus in Schuss halten, Familienleben, Kindererziehung, die Karriereleiter erklimmen und den Kredit abstottern, alle diese Dinge spielen mitunter eine Rolle weshalb nach dieser Lebensphase die sogenannte Regression einsetzt, sprich die Menschen fühlen sich weniger glücklich. In den Fünfzigern scheint das Glück wieder zu entflammen, die berufliche Karriere wird in den Hintergrund gerückt, die Kinder sind schon erwachsen und man beginnt sich wieder um sich selbst zu kümmern. Den zweiten Höhepunkt der Glückskurve erleben Menschen in ihren Sechzigern.

Nichts ist in Stein gemeißelt!

Obwohl die Forscher zu diesen Studienergebnissen gekommen sind, sollte sich niemand in diese Theorie versteifen. Egal wie alt man ist, es gibt viel, das jeder dafür tun kann, um sein Leben mit mehr Inhalt zu füllen. Dankbarkeit ist ein Faktor, der das Leben glücklicher macht. Menschen, die dankbar sind, sind in der Regel glücklicher. Um mehr Dankbarkeit in sein Leben zu bringen, kann jeder abends einen Brief verfassen und dabei fünf Dinge notieren, wofür man an diesem Tag besonders dankbar war. Ebenso wichtig sind ein gutes Stressmanagement sowie ein gesunder Lebensstil. Diese Strategien sind nicht altersabhängig und können das seelische Wohlbefinden positiv beeinflussen. Besonders interessant ist, dass die U-förmige Glückskurve nur in den wohlhabenden westlichen Ländern so stark ausgeprägt ist. Was dafür spricht, dass das Glück nicht biologisch fixiert ist und jeder sein Leben positiv beeinflussen kann.