Ernährung

Ist Kokosöl jetzt doch ein Superfood ?

Wenn es um Kokosöl geht, scheint sich die Welt nicht einig zu werden ! /Bild: Fotolia
Ist Kokosöl jetzt doch ein Superfood ?
Catharina Kaiser

Als Superfood gefeiert und zeitgleich als gesättigtes Fett verpönt, als das Beauty-Produkt schlechthin angepriesen und wegen seines hohen Kaloriengehalts gleich wieder getadelt. Wenn es um Kokosöl geht, scheint sich die Welt einfach nicht einig zu werden. Wie es eben immer der Fall ist wenn ein Produkt viele Vor- wie auch Nachteile zugleich aufweist. So haben Experten aufgrund des gesättigten Fetts, dass übrigens sowohl Butter als auch Schmalz in den Schatten stellt, lange Zeit darüber diskutiert ob der Konsum nicht sogar mehr Schaden anrichten könnte als Nutzen. Doch inzwischen gibt es neue Erkenntnisse, die alles andere als negativ klingen: Kokosöl soll nämlich das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen senken. Allerdings nur bei entsprechendem Verzehr.

Kokosöl bleibt ein Superfood

Im Rahmen einer Studie der University of Cambridge entdecken Forscher, dass Kokosöl tatsächlich die Fähigkeit habe das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen zu senken und das bereits nach vier Wochen täglichen Konsums. Für ihre Studie rekrutierten die Forscherinnen Prof. Kay-Tee Khaw und Prof. Nita Forouhi insgesamt 94 Teilnehmer zwischen 50 und 75 Jahren, die allesamt völlig gesund waren und weder an Herzerkrankungen noch an Diabetes litten. Anschließend wurden die Teilnehmer während der vierwöchigen Untersuchung in drei Gruppen unterteilt – jeweils mit einer unterschiedlichen Ernährungsweise. In dieser Zeit sollte jeder Teilnehmer täglich entweder 50 Gramm Kokosöl, natives Olivenöl oder ungesalzene Butter konsumieren. Ziel dabei war es herauszufinden, in welcher Weise sich der regelmäßige Verzehr von Fetten auf den Cholesterinspiegel auswirkt.

Mehr vom Guten, weniger vom Schlechten

Während sich bei der Gruppe der Butterkonsumenten ein durchschnittlicher Anstieg des LDL-Cholesterinspiegels von etwa 10 % zeigte, der nach wie vor als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet wird, bemerkten die Forscher bei jenen die Olivenöl zu sich nahmen eine leichte Senkung, zusammen mit einem 5 prozentigen Anstieg des HDL-Cholesterins. Unter letzterem wird gemeinhin das positive Cholesterin verstanden, welches schützende Eigenschaften aufzeigt. Den größten und zudem überraschendsten Anstieg verzeichneten die Forscher allerdings bei jener Gruppe, die täglich Kokosöl konsumierte. Hier stiegen die HDL-Werte durchschnittlich um satte 15 % an, was zur Annahme führt, dass das umstrittene Superfood die Wahrscheinlichkeit einer Herzkrankheit oder eines Schlaganfall verringert. Soweit klingen die Ergebnisse also durchaus vielversprechend und könnten in der Debatte rum um Kokosöl tatsächlich ein Umdenken bewirken. Nichtsdestotrotz darf den Studienergebnissen nicht einfach blind vertraut werden. „Die Studie wurde ausschließlich über einen sehr kurzen Zeitraum durchgeführt, weshalb eine überstürzte Änderung der Ernährungsgewohnheiten schlichtweg unverantwortlich wäre“, betont Prof. Khaw. Die Entscheidung gewisse Öle oder Fette zu konsumieren hängt von weit mehr Faktoren ab, als einzig diesen gesundheitlichen Auswirkungen.