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Ja oder Nein? Antidepressiva während der Schwangerschaft

Eine Entscheidung, die jeder Frau für sich treffen muss./Bild:Fotolia
Ja oder Nein? Antidepressiva während der Schwangerschaft
Melanie Payerl

Menschen mit Depressionen haben es nicht leicht. Nach wie vor wird kaum darüber gesprochen – und erst recht nicht über Schwangere, die unter depressiven Verstimmungen leiden. Es gibt zahlreiche Medikamente, sogenannte Antidepressiva, die bei einer Depressionen Linderung verschaffen. Doch was tun, wenn Frauen mit Depressionen schwanger werden? Sollten die Medikamente weiterhin eingenommen oder doch besser abgesetzt werden?

Depression

Schwanger mit Depressionen?

Wenn Frauen verkünden, dass sie schwanger sind, gibt es oftmals nur eine Erwartung an die Schwangere: Die Bedürfnisse des Babys um jeden Preis über die eigenen Bedürfnisse zu stellen. Schwangere Frauen die an Depressionen leiden und Medikamente einnehmen müssen, stehen oft in einer Zwickmühle. Die möglichen Risiken die die Einnahme von Antidepressiva für das Ungeborene bedeuten, sind gut erforscht, viel seltener werden jedoch die Risiken für die werdende Mutter erwähnt, wenn sie womöglich die für sich selbst lebensrettenden Medikamente absetzt. Die Schauspielerin Amanda Seyfried brachte mit einem Interview 2017 die Welt zum Aufhorchen, denn sie gab öffentlich zu, dass sie auch während ihrer Schwangerschaft Antidepressiva einnahm.

Schwanger

Soll die Einnahme von Antidepressiva in der Schwangerschaft eingestellt werden?

Wo liegen die Risiken für ungeborene Kinder, deren Mütter Medikamente gegen Depressionen einnehmen? Es gibt Hinweise darauf, dass jene Medikamente für ein erhöhtes Risiko beim Ungeborenen sorgen einen Herzfehler oder eine Lippenspalte zu entwickeln. Weitere potenzielle Risiken sind ein erhöhtes Risiko einer Fehl- und Frühgeburt. Experten der psychiatrischen Hilfsorganisation „Mind“ gehen davon aus, dass das Risiko einer Komplikation vor allem zu Beginn der Schwangerschaft, sowie gegen Ende der Schwangerschaft erhöht ist.

Durch das Stillen können höhere Dosen von Antidepressiva durch die Muttermilch in den Körper des Neugeborenen gelangen. Wer an Depressionen leidet und bereits medikamentös eingestellt ist und schwanger ist, der sollte in jedem Fall ein Gespräch mit seinem Arzt oder einem Psychotherapeuten führen. Ein abruptes Absetzen der Medikamente während der Schwangerschaft kann unter Umständen zu Entzugserscheinungen und psychischen Problemen führen. Mediziner können dabei helfen das Medikament langsam abzusetzen. Wer Antidepressiva während der Schwangerschaft dennoch weiterhin einnimmt, kann durch zusätzliche Scans und Untersuchungen die Entwicklung des Ungeborenen beobachten. Im Endeffekt muss jede Schwangere für sich selbst abwägen, ob sie weiterhin Medikamente einnehmen möchte, oder diese doch lieber absetzt.