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Kaiserschnitt vs. natürliche Geburt: Was ist besser für das Sexleben ?

Wie sieht das Liebesleben nach der Geburt aus - und spielt die Entbindungsmethode eine Rolle ? /Bild: Fotolia
Kaiserschnitt vs. natürliche Geburt: Was ist besser für das Sexleben ?
Trixi Kouba

Die Angst vor Dehnen und Reißen – obwohl Studien keinen Unterschied vorweisen, fürchten einige Frauen den Einfluss einer natürlichen Geburt auf ihr Sexleben. Schuld haben vor allem dramatische Reality TV-Shows, meinen Forscher nun in einem neuen Bericht.

In populären TV-Serien werden natürliche Geburten als negativ, Kaiserschnitte hingegen als positive Geburtsmethode dargestellt, so die kanadische Ärztin Dr. Caroline Pukall von der Queen’s University in Ontario. Dabei kann keine wissenschaftliche Untersuchung Unterschiede durch die Geburtsart in der Sexualität von Frauen nach dem Gebären zeigen. Pukall erklärte der Nachrichtenagentur Reuters: „Sexualität ist ein wichtiger Aspekt im Leben vieler Menschen und könnte etwas sein, dass beim Geburtsplan beachtet wird. Manche Menschen können durch Medien bei dieser Entscheidung beeinflusst werden“. Mithilfe ihrer Studie wollte Pukall falsche Ansichten unter Frauen beseitigen.

Angst vor schlaffen Genitalien

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Pukall befragte mit einem Kollegen mehr als 1.400 Frauen, die an einer Schwangerschaft interessiert waren, aber noch keine Geburt hinter sich hatten. Die Frauen wurden zu ihren Präferenzen bezüglich Art der Geburt, ihrer Wahrnehmung zu Geburt und Sexualität und den Einflüssen unterschiedlicher Quellen zum Gebären befragt. Das Ergebnis: Die große Mehrheit (85 Prozent) würden eine natürliche Geburt bevorzugen. Gleichzeitig stimmte fast die Hälfte der Studienteilnehmerinnen der Aussage zu „Meine Vagina wird nach einer natürlichen Geburt „schlaff“ sein“. 16 Prozent stimmten der Aussage zu „Mein Partner wird das Aussehen meiner Vulva nach einer natürlichen Geburt nicht mögen“. Jede fünfte Frau ging davon aus, dass ein Kaiserschnitt zukünftige Sexprobleme verhindern könnte. Frauen mit dieser Ansicht sagten auch aus, dass sie sich stärker von Informationen aus Reality-TV und Online-Medien als von Freunden oder Familienmitgliedern beeinflussen ließen. Jene Frauen, die einen Kaiserschnitt als Geburtsmethode bevorzugen, fürchten laut dem Bericht eine Geburt stärker.

Geografische Unterschiede

Die Wahrnehmung über Kaiserschnitt oder natürliche Geburt ist länderabhängig. Während in der Türkei etwa die Hälfte aller Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kommt, werden in Österreich 29 von 100 Kindern per Kaiserschnitt entbunden. In Island kommen hingegen nur durchschnittlich 15 Babys von 100 via Kaiserschnitt zur Welt.

Sex nach der Geburt

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Verspüren frischgebackene Mütter nach der Geburt ihrer Kinder zunächst keine sexuelle Lust, ist das normal. Viele Frauen kämpfen mit reduziertem sexuellen Verlangen, weniger Erregung, Müdigkeit oder Schmerzen. Die Art, wie das Kind auf die Welt kommt – ob per Kaiserschnitt oder auf natürliche Weise – spielt dabei laut Studien keine Rolle. Nach einigen Monaten verbessert sich das Sexleben bei der Mehrheit der Frauen wieder. Auch die Angst vor körperlichen Veränderungen kann beim sexuellen Verlangen mitspielen. Macht man sich Sorgen über seinen Körper und ist nervös über die Empfindungen, kann sich das Verlangen reduzieren.