Hormone

Kann die Pille die Vorlieben von Frauen ändern?

Forscher meinen: Der Eisprung hat keinen Einfluss auf weibliche Vorlieben. /Bild: Fotolia
Kann die Pille die Vorlieben von Frauen ändern?
Trixi Kouba

Hat Frau ihre fruchtbaren Tage, fühlt sie sich eher von stark männlichen Gesichtszügen angezogen als an den restlichen Tagen ihres Zyklus, lautet eine gängige These. Das bedeutet: Kantiges Kinn, bärtige Backen und starke Schultern stehen auf der Wunschliste und sind gegenüber Milchbubis eindeutig im Vorteil. Grund dafür seien Veränderungen des Hormonspiegels, heißt es. Die Annahme warf auch immer wieder die Frage auf, inwiefern dadurch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille Einfluss auf die Partnerwahl bei Frauen hätte. Dazu findet sich jedoch kein Beleg, meinen nun Wissenschaftler und demonstrieren ihre neusten Studienergebnisse.

Keine Veränderung belegt

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Eine weit verbreitete und ebenso umstrittene Ansicht, dass Frauen sich je nach ihrem Hormonlevel in der Phase der Ovulation eher von männlichen Gesichtszügen angezogen fühlen, kann nicht belegt werden. Um diesem Mythos auf den Grund zu gehen, führten Forscher die größte Langzeitstudie zur Korrelation zwischen weiblichen Präferenzen und männlichen Gesichtern durch. Fast 600 weibliche Testpersonen waren in die Analyse integriert. Dabei zeigte sich kein Beleg für eine Veränderung von Vorlieben bei Frauen, wenn sie ihren Eisprung hatten. Zudem fanden die Forscher auch keinen Beleg für eine erhöhte Anziehungskraft von männlichen Merkmalen, wenn Frauen orale Verhütungsmittel wie die Pille einnahmen. Dass der nicht so männlich anmutende Partner nach dem Absetzen der Pille also unattraktiver für seine Partnerin erscheint, ist also keine Gefahr.

Männliche Eigenschaften für One-Night-Stands anziehender

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Für die Studie wurden heterosexuelle Frauen gebeten zu berichten, welche Version eines männlichen Gesichts sie attraktiver für ein One-Night-Stand oder eine Langzeitbeziehung finden würden. Anschließend wurden Speichelproben genommen, um die Hormonlevel zu messen. Dieser Test wurde alle fünf Wochen ausgeführt. Insgesamt wirkten männliche Gesichtszüge für Frauen anziehender als verweiblichte Versionen von männlichen Gesichtern. Das zeigte sich vor allem bei der Messung von männlicher Attraktivität auf kurzfristige Sicht als in Langzeitbeziehungen. Ein interessanter Aspekt war zudem: Frauen mit einem erhöhten Level des Stresshormons Cortisol fühlten sich weniger von Männern mit einem hochgradig symmetrischen Gesicht angezogen.