Gesundheit

Kann eine Stammzellentherapie auch bei Parkinson helfen?

Diese Art von Stammzelle kann sich in jede Zelle des Körpers verwandeln. /Fotolia: Bild
Kann eine Stammzellentherapie auch bei Parkinson helfen?
Melanie Payerl

Weltweit sind etwa zehn Millionen Menschen von Parkinson betroffen. Zurzeit ist die Erkrankung unheilbar, die Symptome können jedoch für einen bestimmten Zeitraum eingedämmt werden. Bei Parkinson handelt es sich dabei um eine progressive Erkrankung des Nervensystems, die die Bewegungsapparat beeinträchtigt. Die Symptome beginnen allmählich. Ein spezifisches Symptom ist das Zittern in einer Hand. Diese Erkrankung kann auch zu einer Steifheit oder Verlangsamung der Bewegung führen. In den frühen Stadien der Erkrankung schwingen die Arme möglicherweise nicht, wenn sie gehen. Die Anzeichen und Symptome sind jedoch von Patient zu Patient verschieden. Frühe Anzeichen bleiben auch häufig unbemerkt, generell beginnen sie jedoch auf einer Körperhälfte und werden mit der Zeit schlimmer, bis sie auf die zweite Körperhälfte übergreifen.

iPs-Zellen als mögliche Heilung?

Japanische Forscher haben in einer Untersuchung Stammzellen als Teil einer experimentellen Therapie bei Parkinsonerkrankten in das Gehirn transplantiert. Das Team der Kyoto University verwendete für dieses Verfahren induzierte pluripotente Stammzellen. Diese sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen, kurz iPS, können sich in jede Zelle des Körpers verwandeln.

Studienverlauf

Für die Studie fanden die Forscher einen männlichen Patienten mit Parkinson-Erkrankung in den Fünfzigern, der diesem Experiment zustimmte. Nach der Operation, bei der die Zellen letzten Monat injiziert wurden, war der Mann stabil. Dieser Patient wird nun für zwei Jahre betreut, bevor abschließende Informationen zur Wirksamkeit des Verfahrens festgestellt werden können, so die Forscher. Bei der ersten Operation injizierte das Team dem Patienten in einer dreistündigen Operation rund 2,4 Millionen iPS-Zellen in die linke Gehirnhälfte. Darauf folgte eine engmaschige Überwachung des Patienten über etwa sechs Monaten. Wird kein Schaden festgestellt, so bekommt der Patient auch in die rechte Gehirnhälfte weitere 2,4 Millionen iPS-Zellen implantiert.

Die Frage ist nun: Woher kommen diese iPS-Zellen? Sie werden von gesunden Spendern entnommen und sollen sich im Gehirn des Patienten zu Dopamin-produzierenden Gehirnzellen entwickeln, die im Gehirn des Patienten beschädigt wurden. Insgesamt gibt es sieben Studienteilnehmer im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die in diese Studie aufgenommen wurden. Die Humanstudie konnte die zuvor durchgeführten Studien an Affen ablösen. Jun Takahashi, Professor am Universitätszentrum für iPS-Zellforschung und Zellanwendung leitete das Forschungsteam. Sollte dieses Experiment gelingen, könnte es in jedem Fall die Behandlung von Parkinson-Erkrankten ermöglichen, so die Experten.