Erziehung

Kinder lernen schlechter sprechen, wenn Eltern viel aufs Smartphone starren

Laut einer Studie hat das Smartphone eine extrem negative Auswirkung auf die Sprachaneignung von Kindern/ Bild: Fotolia
Kinder lernen schlechter sprechen, wenn Eltern viel aufs Smartphone starren
Paulin Klärner, BA

Dass sogar schon kleine Babys vom Bildschirm angezogen werden wie die Mücke vom Licht ist wohl schon jedem aufgefallen, der neben einem Kind das Smartphone gezückt hat. Wie hypnotisiert verlieren sich die kleinen Äuglein im leuchtenden Flimmern und alles andere wird plötzlich uninteressant. Und das nutzen Eltern nicht selten aus, um ein paar Minuten Ruhe zu haben. Dass dieses Verhalten für ein sich entwickelndes Gehirn alles andere als förderlich ist, muss man wohl nicht extra erwähnen. Dass aber sogar das ständige Hantieren der Eltern selbst mit dem Handy Kinder vollkommen aus der Fassung bringt, illustriert eine interessante Langzeitstudie.

Wie sich das Smartphone auf die Sprachentwicklung auswirkt

Im Rahmen der Studie Technoference: longitudinal associations between parent technology use, parenting stress, and child behavior problems mussten Mütter ihren 2-jährigen Kindern in einem Experiment jeweils 2 neue Wörter beibringen. In der ersten Gruppe wurde die Mutter-Kind-Lerneinheit von ständigen Anrufen und Nachrichten unterbrochen, in der zweiten Gruppe konnte sich das Kind ganz dem Lernen der neuen Vokabel widmen und genoss Mamas ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse sind eindeutig: Nur die Kinder der Gruppe, in der das Smartphone für keine Unterbrechungen sorgte, konnten sich die Wörter merken.

Finger weg vom Smartphone!

baby

Die Studie lässt darauf schließen, dass sich das Smartphone-Verhalten der Eltern dauerhaft auf die Sprachentwicklung und andere wichtige kognitive und soziale Fähigkeiten, die in diesem Alter erlernt werden, auswirken kann. „Wenn Kinder zuviel durch die Linse des Smartphones wahrnehmen, fehlt die Resonanz und die Entwicklung wird blockiert“, meint hierzu Psychologin und Elternberaterin Dr. Karin Kaiser-Rottensteiner. Der Tipp der Experten: Smartphone so gut es dem aus dem Blick(und Hör-)feld von Kindern verbannnen. Dies sei außerdem nicht nur eine Bereicherung für den heranwachsenden Menschen, sondern auch für die Eltern.