Erziehung

Kinder & Ernährung: Was Eltern wissen müssen

Wie entsteht das richtige Körperbewusstsein bei Kindern, dass sie zu vernünftigen Essern macht ? /Bild: Fotolia
Kinder & Ernährung: Was Eltern wissen müssen
Catharina Kaiser

Die Antwort auf die Frage nach einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ist sehr komplex. Immerhin hadert fast jeder Erwachsene damit Hungerattacken zu überstehen ohne den Kühlschrank völlig zu plündern, in Stresssituationen weder zu viel noch zu wenig zu essen und so weiter und so fort. Alleine herauszufinden wie viel Essen der eigene Körper tatsächlich benötigt, ist ja schon eine Wissenschaft für sich. Dabei ist genau dieses Wissen essentiell um eine gesunde Ernährung überhaupt möglich zu machen. Auf den Körper zu hören ist daher so etwas wie der Jackpot in Sachen Abnehmen. Doch wie entsteht dieses Körperbewusstsein? Viele werden jetzt wahrscheinlich zu Recht behaupten, dass das schon im Kindesalter passiert und ja daran ist durchaus etwas dran. Kindern eine ausgewogene Ernährung zu liefern und dabei auf alle Nährstoffe zu achten, ist sicherlich ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zu glauben die Geschichten von Spinat und Popeye reiche aus um die gesunde Ernährung des Kindes zu sichern, wäre allerdings etwas voreilig. Ganz so einfach ist die Sache dann nämlich doch nicht.

Wie Kinder essen

Neben dem Verzehr vieler unterschiedlicher Nährstoffe ist nämlich auch die Art und Weise wie Kinder essen ein wichtiger Faktor. Denn laut Forschungen scheint die Fähigkeit, genau so viel zu konsumieren wie der Körper braucht, mit zunehmendem Alter abzunehmen. Während Babys noch die perfekte Menge aufnehmen und alles weitere gekonnt auf den Küchenboden spucken, ist das bei Schulkindern und Teenagern nicht mehr der Fall. Diese Altersgruppen neigen daher dazu hinsichtlich ihres Körpertyps entweder zu viel oder zu wenig zu essen. Menschen die auch im Erwachsenenalter diese Fähigkeit beibehalten, werden übrigens intuitive Esser genannt und weisen einen niedrigeren BMI sowie ein weniger gestörtes Verhältnis zu Essen auf. Um Kinder darauf vorzubereiten und ihnen ein gutes Körpergefühl zu verleihen ist es wichtig, sie auf ihr Bauchgefühl hören zu lassen. Der Bauch lügt immerhin nur selten. Daher sollten Eltern ihre Kinder beim Essen bewusst fragen, was ihr Bauch dazu zu sagen hat. Wenn sie nach Nachschub fragen, sollen sie ihn bekommen, wenn sie keinen Hunger mehr haben, sollte der Teller auch nicht mehr aufgefüllt werden. Sehr zum Leidwesen diverser Großmütter, die ja gerne dazu neigen ihre Enkeln ein bisschen zu mästen. Egal wie sie sich entscheiden, wichtig ist nur dass sie sich auf ihren Körper verlassen und die Fähigkeit gewisse wichtige Zeichen zu erkennen, beibehalten.

Eine Frage die das Problem löst ?

Genau genommen gibt es 3 Hindernisse, die einer ausgewogenen und richtigen Ernährung im Weg stehen können. Zuerst ob es sich um ein großes oder kleines Kind handelt, dann das natürliche Essverhalten des Kindes und natürlich eine Lebensmittel-zentrierte Umgebung. Wenn ein Elternteil nun besorgt über das Gewicht oder die Figur des Kindes ist, kann es schwer sein den Appetit des Kindes zu akzeptieren. Doch in das Essverhalten einzugreifen und zu dünnen Kindern einfach mehr Essen aufzuzwingen, oder etwas molligeren den Nachschlag zu verweigern hat laut Studien genau den gegenteiligen Effekt den man sich wünscht. Was wirklich hilft, ist Kinder auf ihr Körpergefühl aufmerksam zu machen. Sie sollten bewusst erkennen wie es sich anfühlt, wenn sie satt sind um zu erkennen welche Portionsgröße sie wirklich brauchen, anstatt sie zu einem Essverhalten zu zwingen das möglicherweise nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Außerdem müssen sich Eltern stets vor Augen halten, dass Kinder in Schüben wachsen. Sprich wenn mal wieder ein Wachstumsschub ansteht, wird auch der Appetit steigen und umgekehrt sinken, wenn das Wachstum eine kurze Pause einlegt. Zu erwarten dass Kinder immer gleich viel essen ist also völlig absurd. Zu guter letzt ist es natürlich ebenso wichtig Kindern einen gesunden Umgang und vor allem Zugang zu Essen zu ermöglichen. Kurz gesagt: Nur weil gerade Essen in der Nähe ist, muss man nicht gleich zugreifen – es sei denn man hat wirklich Hunger. Nachdem Städte vor Fast Food Lokalen aller Art nur so trotzen, ist das wohl die nützlichste Lektion, um nicht selbst irgendwann aus allen Nähten zu platzen.

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